Autor Thema: Wir , als Polizei - Chefs  (Gelesen 28126 mal)

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Stordfield

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Wir , als Polizei - Chefs
« am: 03.05.2006 15:41 Uhr »
Hallo !

Was hättet ihr unternommen , wenn ihr als Verantwortliche die Ermittlungen gegen den Ripper geführt hättet ?

Gruß Stordfield

Offline academyfightsong

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Re: Wir , als Polizei - Chefs
« Antwort #1 am: 03.05.2006 17:07 Uhr »
gute frage.

sir charles warren nach indien... und sir robert anderson nach irland versetzt. wynne baxter die leitung der kelly verhandlung überlassen ... hutchinson und schwartz hätten unter eid aussagen müssen  ...   eine gegenüberstellung von timothy donovan und john pizer veranlasst und ggf. sgt. thicke vom dienst suspendiert .... john richardson, joseph hyam levy und mrs. maxwell noch mal in die zange genommen. ... überhaupt ist die liste derer, die ich nochmal vor den coroner gezerrt hätte, ziemlich lang. ... das goulsten street graffito, hätte ich natürlich fotografieren lassen und alle tatorte, mit den opfern in fundposition und und und ... FINGERABDRÜCKE!!!     

Stordfield

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Re: Wir , als Polizei - Chefs
« Antwort #2 am: 03.05.2006 18:22 Uhr »
Hallo academyfightsong !

An Fingerabdrücke habe ich auch gleich gedacht , aber gefunden , daß die Daktyloskopie erst 1901 in Großbritannien eingeführt wurde .

Gruß Stordfield

calcium

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Re: Wir , als Polizei - Chefs
« Antwort #3 am: 03.05.2006 18:32 Uhr »
Hallo.

Ich hätte vor allem mal festgenommenen Personen vernünftig geprüft. Die gängige Praxis war, dass diese nur Namen und Adresse angaben und dann wieder entlassen wurden! :SM031:

Stordfield

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Re: Wir , als Polizei - Chefs
« Antwort #4 am: 03.05.2006 19:05 Uhr »
Hallo !

Auf jeden Fall hätte ich eine Sonderkommission gegründet , an der zu gleichen Teilen Mitglieder aller Polizeistellen beteiligt wären . Mir scheint , daß damals die Zuständigkeit ein großes Problem darstellte . Ich hätte versucht alles besser zu koordinieren und auch die Presseberichte intensiver auszuwerten , denn Zeitungen waren zu der Zeit wohl so wichtig wie heute das Internet .

Gruß Stordfield

Alexander-JJ

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Re: Wir , als Polizei - Chefs
« Antwort #5 am: 03.05.2006 19:09 Uhr »
Das Graffiti hätte ich auch nicht weggewischt und der gerichtlichen MJK-Untersuchung mehr Zeit gegönnt. Ich hätte auch die Sache mit den Bluthunden weggelassen ... und eine Urlaubssperre verhängt ... ;)

Aber sonst?

Neue Methoden der Verbrechensbekämpfung, wie das Nehmen von Fingerabdrücken, macht ohne geschultes Personal keinen Sinn. Das gilt auch für dienststellenübergreifende Sonderkommissionen jeglicher Art oder Kontaktbüros zu Zeitungen usw usw. Das alles hätte ich also weggelassen.

Gegen den enormen Durck der Öffentlichkeit hätte ich auch nichts tun können und so wäre ich auch nicht mehr in Lage gewesen wirklich frei zu entscheiden. Deshalb weiss ich auch nicht, ob ich das, was ich oben geschrieben habe, auch wirklich hätte tun können.

Stordfield

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Re: Wir , als Polizei - Chefs
« Antwort #6 am: 03.05.2006 19:16 Uhr »
Hallo !

Eine Urlaubssperre für wen , Alex ?

Gruß Stordfield

Offline nicjack01301

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Re: Wir , als Polizei - Chefs
« Antwort #7 am: 04.05.2006 11:13 Uhr »
Ich finde das einen sehr interessanten Thread, denn - im Prinzip - übernehmen wir hier die Aufgabe der Polizei... :icon_wink: :icon_aetsch: :icon_biggrin: Liebe Grüße, eure Nicky
Denken ist eine Arbeit, die innerhalb der geistigen Grenzen des Einzelnen Geduld erfordert oder, um genauer zu sein, dem Geist Geduld mit den Begrenzungen des Gehirns abverlangt.

Stordfield

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Re: Wir , als Polizei - Chefs
« Antwort #8 am: 04.05.2006 11:57 Uhr »
Hallo !

Genau so war es gedacht . Und wenn man ehrlich sein will , muß man ( ich zumindest ) gestehen , daß dies gar nicht so einfach ist .
Die damalige Polizei hatte überhaupt nicht viele Mittel um den Ripper zu fangen . Hauptsächlich war sie auf Zeugenaussagen angewiesen und wie viele davon brauchbar waren , wissen wir ja .
Als einen wichtigen Aspekt halte ich die Tatortfotos . Warum gibt es so gut wie keine davon ? ( Vielleicht wurden ja welche gemacht und sie verschwanden , wie so vieles ? )
Für mich , als leitender Ermittler wären sie absolute Pflicht gewesen .
Spontan fallen mir auch Razzien ein , um intensiver nach den vom Ripper mitgenommenen Körperteilen und der Tatwaffe zu suchen .
Außerdem hätte ich , trotz aller Bedenken eine saftige Prämie ausgelobt .

Gruß Stordfield

Stordfield

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Re: Wir , als Polizei - Chefs
« Antwort #9 am: 04.05.2006 13:29 Uhr »
Hallo !

Schon öfter hörte und las ich ( auch hier im Forum ) , daß Serientäter die Gräber ihrer Opfer aufsuchen . Eventuell hätte ich die Begräbnisse und die betreffenden Friedhöfe besser überwacht .

Gruß Stordfield

Alexander-JJ

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Re: Wir , als Polizei - Chefs
« Antwort #10 am: 04.05.2006 13:52 Uhr »
Tatortfotos wurden gemacht, siehe MJK. Aber die Photographietechnik mitsamt Ausleuchtungstechnik war damals nicht allzu weit entwickelt. Tatortfotos im mordernen Sinn konnte man damals nicht machen.

Das mit den Friedhöfen ist eine gute Idee. Allerdings hätte man dazu eine Menge Zivilbeamte gebraucht. Ich weiss nicht ob man über Monate oder Jahre hinweg soviele Beamte für diese Ermittlungen hätte freistellen können. Immerhin gabs ja sowieso viel zuwenige Polizisten für London.

"Belohung für sachdienliche Hinweise" war schon damals ein Streitfall. Die Polizei wurde heftig angegriffen weil sie keine Belohung aussetzte. Dennoch, ich denke das war die richtige Handlungsweise. In einem Elendsviertel würde sich die Leute gegenseitig anzeigen, nur um an ein wenig Geld heranzukommen. Es käme vielleicht sogar zu Lynchjustiz um der Polizei einen "toten Mörder" präsentieren zu können. Aber auf jeden Fall gäbe es soviele Anzeigen, das der Polizeiapparat (der ja unterbesetzt war) garantiert lahmgelegt würde.


/edit: Die Urlaubssperre meinte ich für alle Polizeibeamten des Grossraumes London.

 ;)

Offline nicjack01301

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Re: Wir , als Polizei - Chefs
« Antwort #11 am: 04.05.2006 18:53 Uhr »
Außerdem wissen wir nicht, ob der Ripper überhaupt noch die Chance hatte, die Gräber zu besuchen, vielleicht lag er ja selbst schon in einem.... :icon_wink: Ich denke für uns ist es einfacher, sich hinter einen solchen Verstand zu begeben, schließlich waren Serienmörder damals noch etwas relativ unerforschtes. Wir haben heute Statistiken, Profiler und - nicht zu vergessen - das Internet. Klar hat die Polizei damals viel falsch gemacht, jedoch finde ich nicht, dass man ihr vorwerfen kann, sie hätte den Ripper "einfach laufen lassen" . Liebe Güße, eure Nicky
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Stordfield

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Re: Wir , als Polizei - Chefs
« Antwort #12 am: 04.05.2006 20:09 Uhr »
Hallo !

Sicher hat die Polizei einiges getan ( Patrouillen verstärkt , verdeckte Ermittler eingesetzt , eine Menge Verhaftungen vorgenommen ) . Aber war das genug ? ( Wahrscheinlich nicht , sonst hätten sie ihn ja gekriegt ) . Was hätte man noch tun können oder sogar müssen ? Habt ihr noch Vorschläge ?

Gruß Stordfield

Offline Claudia

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Re: Wir , als Polizei - Chefs
« Antwort #13 am: 05.05.2006 01:37 Uhr »
Hi zusammen!

Ich denke nicht, daß man aus dem Umstand, daß der Ripper nicht gefasst wurde , unbedingt darauf schließen kann, daß die Polizei gepfuscht hat oder nicht genügend Anstrengungen unternommen hätte.
Sicherlich würde man heute einiges anders machen und es sind auch wirklich Fehler begangen worden.
Allerdings sagt sich das aus heutiger Sicht auch sehr leicht.
Deshalb vermag ich auch nicht zu sagen, was ich anders gemacht hätte. Ich wäre sicherlich genauso Kind meiner Zeit gewesen wie die damals beteiligten. Möglicherweise hätte ich sogar unbedingt an einen verwahrlosten Menschen, womögich ausländischer oder jüdischer Herkunft geglaubt, weil ich es nicht besser gewusst hätte.
Von moderner Psychologie oder neueren Erkenntnissen über Serienkiller hätte ich natürlich nichts gewusst, deshalb wäre ich wahrscheinlich ähnlich vorgegangen, wie es damals der Fall war.

Grüße, Claudia

Offline nicjack01301

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Re: Wir , als Polizei - Chefs
« Antwort #14 am: 05.05.2006 09:32 Uhr »
Auerdem kann man ihnen nicht gerade fehlenden Ideenreichtum vorwerfen. Schließlich haben sie als Frauen verkleidete Beamte durch die Straßen geschickt oder da wäre auch noch Warrens Idee mit den Bluthunden. Okay, der Schuß ging nach hinten los, aber es zeigt, dass sie es auch auf "unkonventionelle" Art versucht haben. Außerdem darf man nicht außer Acht lassen, dass andere Verbrecher zu dieser Zeit bestimmt nicht Däumchen gedreht haben, d.h. es gab ja noch mehr zu tun als den Ripper zu fangen, mal ganz abgesehen von den Aufständen der Bevölkerung. Liebe Grüße, eure Nicky :icon_aetsch:
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