Autor Thema: Konfession der Ripper-Opfer???  (Gelesen 9376 mal)

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Frank

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Konfession der Ripper-Opfer???
« am: 07.11.2005 22:51 Uhr »
Hallo zusammen!

In Anbetracht der Diskussion um die Deutung des Graffitys wäre für mich die Frage interessant, ob und wenn ja, welche Religions-Zugehörigkeit die Opfer des Rippers eigentlich hatten? Kann das jemand beantworten, ist da etwas bekannt?  Leider konnte ich dazu hier wie auch woanders nichts finden.

Ansonsten finde ich, auch wenn dies jetzt meiner Frage hier widerspricht, die Theorien einiger Forums-Teilnehmer bezgl. der Bedeutung des Wortes "Juwes", diese könnten mit dem Judentum gar nichts zutun haben, gar nicht so abwegig. Was ist aus der Theorie/Idee bezgl. der "Old Jewery"-Policestation geworden? Auch hier ist leider nicht weiter darauf eingegangen worden. Oder war doch die britische Krone gemeint, also Jewelery???? Alles ist möglich und sicherlich weitere Überlegungen wert.

Hat denn noch niemand eine Zeitmaschine erfunden.........????

Es grüsst ganz herzlich...

Frank

Red_Baron

  • Gast
Konfession der Ripper-Opfer???
« Antwort #1 am: 08.11.2005 11:33 Uhr »
Hallo Frank,

... endlich, endlich. Ich begann schon Spinnenweben unter der Nase zu bekommen. Willkommen im Forum. Interessante Verbindung. Kannst Du das bitte noch ein bischen ausführen, vielleicht hast Du noch ein wenig Geschichte drumherum oder so.

Das würde erklären warum es so schnell entfernt wurde, denn was nicht sein darf, darf eben nicht sein.

Gruß
RB

Ps: Wasser auf meine Mühlen  :D

Frank

  • Gast
Wasser auf die Mühlen!
« Antwort #2 am: 08.11.2005 12:53 Uhr »
Hallo an Red_Baron und alle Anderen Usern hier!!

Momentan bin ich noch immer (seit Tagen bereits) dabei, mich genauer in die Materie einzuarbeiten. Viele meiner Informationen habe ich genau von dieser Seite. Herzlichen Dank dafür!!!
Daher möchte ich aus Gründen des Sich-Nicht-Lächerlich-Machen-Wollens noch nicht zu weit gehen.
Irgendwie beschleicht mich seit Jahren das Gefühl, "daß diese ganze Sache hier gewaltig stinkt", wie es Kurt Russel in Tango & Cash ausgedrückt hat. Ich kann an die unmittelbare Verbindung zwischen Graffity und Judentum nicht so recht glauben. In Anbetracht des nahezu völligen Incognito-Seins des Rippers und der wenigen Zeugenaussagen, die sicherlich zum Teil auch nicht zutreffend sind, falsch interpretiert wurden oder gar erstunken und erlogen sind, in Anbetracht des sehr schnellen Einstellens der Patroillen nach dem Mord an Mary J. Kelly und der seit nunmehr 117 - jährigen Geheimniskrämerei der Behörden in diesem spektakulären Fall, der die Öffentlich seit jeher interessiert und fasziniert, tendiere ich (das ist nur meine Meinung) dazu, zu vermuten, der Ripper könnte ein Mitglied der von Mr. George Lusk aufgestellten Bürgerwehr oder gar ein Polizist gewesen sein. Mehrfach wurde hier von Forumsteilnehmern ein gleicher oder ähnlicher Verdacht geäussert. Angenommen dem wäre so, so würde der im Graffity verwendete Begriff "Juwes", sollte er denn so tatsächlich verwendet worden sein, in Verbindung mit der schnellen Entferung der "Kritzelei"  einen Sinn ergeben. Wenn also mit "Jewes" Polizisten gemeint wären, so traue ich den damaligen Beamten doch schon zu, dieses früh erkannt zu haben, was dann die schnelle Entfernung des Graffitys zur Folge hätte, ohne Frage. Tendenziell gehe ich sogar davon aus, daß nicht der Ripper selbst, sondern ein unbekannter und unbekannt-bleibend-wollender Zeuge den Ripper erkannt hat, vielleicht währrend der Ausführung einer Tat. Wenn es sich bei JTR tatsächlich um einen Polizisten gehandelt haben sollte, so würde dies, wenn man genau darüber nachdenkt, auch erklären, warum der Zeuge sich scheute, den Namen des Rippers zu nennen oder eine sonstwie geartete Aussage offiziell zu tätigen. Die Beschuldigung der "Juwes", so wie es in diesem Graffity als Satz verwendet wurde, könnte doch dahingehend sein, jetzt einmal davon ausgegangen, es wären Polizisten damit gemeint, daß diesen nicht umsonst die Schuld gegeben wird. Hat die Bevölkerung Londons denn damals nicht auch die Polizei in grossem Maße für die Morde verantwortlich gemacht??? Wurden nicht die Fahndungs- und Ermittlungsmethoden öffentlich in Frage gestellt??? Hat man nicht schnell in der Polizei die Übeltäter gefunden, die nicht verhindert haben, daß es immer wieder zu neuen Morden kam? Wenn also sogar jemand aus den Reihen der Polizei der Mörder war, so würde die Mitteilung an der Wand doch einen doppelten Sinn ergeben.......
Naja, alles nur reine Spekulation, aber davon lebt das Ganze ja hier.

Schön wäre es, wenn die Fachleute und Forumsteilnehmer mir behilflich sein könnten, was es nun mit einer Polizeistation namens "Old Jewery" und der eventuell in Beziehung dazu stehenden Bezeichnung "Juwes" auf sich hat. Bisher konnte ich dazu leider nicht viel ergötzendes finden. Auch stelle ich mir noch immer die Frage nach den Konfessionen der Opfer, auch derjenigen, die nicht zu den "K5" gehörenden.

Um es kurz zu machen, ich finde die Theorie gar nicht so abwegig, das Wort "Juwes" könnte eben NICHT im Zusammenhang mit dem Judentum stehen............

Herzliche Grüsse an alle hier.....

Frank

Frank

  • Gast
Zusatz!
« Antwort #3 am: 08.11.2005 13:56 Uhr »
Hallo nochmals!

Im Zusammenhang zum o.g. Posting meinerseits gleich noch etwas, daß meine These vielleicht ein klein wenig unterstützt:

In der Mordnacht Mary J. Kelly haben die beiden Zeuginnen Elizabeth Prater und Sarah Lewis den Schrei "Oh Murder" vernommen. Im Todeskampf könnte die Arme auch "Oh MurderER" also "oh Mörder) geschrien haben, die letzte Endung wurde jedoch vielleicht im wahrsten Sinne des Wortes "abgewürgt" und ging unter.
Mich überrascht in diesem Zusammenhang das "oh" for dem murder bzw. murderer. Dies würde man doch sicherlich sagen, wenn man überrascht ist, daß sich jemand als Mörder oder Mordender enttpuppt, von dem man dies nun wirklich nicht erwartet hat. Z.B. wenn sich eine als vertrauenswürdig anzusehende Person, wie eben ein Polizist, als Täter herausstellt. "Oh, der ist ein Mörder?". Ich hoffe, man kann meinem Gedankengang halbwegs folgen....
Nach dem ersten oder den ersten beiden Morden in der Gegend um WhiteChapel und der damit in Zusammenhang stehenden Angst unter den dort ansässigen Prostituierten, auch wenn diese das Geld zum Leben dringend brauchten, kann man doch von erhöhter Vorsicht der Damen ausgehen. Daß es dem Täter aber dennoch weiterhin gelang, Opfer zu finden ohne Aufsehen zu erregen und ohne daß diese schon im Vorfeld Verdacht schöpften und schrien, deutet für mich tatsächlich darauf hin, daß es sich um einen Polizisten handeln könnte. Ein solcher hätte sicherlich auch Einlaß im Zimmer Mary J. Kelly´s gefunden.. Ein solcher hätte gewusst, daß sich nach der Enddeckung der Leiche Elizabeth Strides alles in Richtung des Tatortes begibt (Polizisten wie auch Neugierige), er kannte die dann anhängigen Ermittlungen und Tatort-Absicherungen ja genau und wusste, daß er entfernter vom ersten Tatort ziemlich sicher und unbehelligt einen zweiten Mord begehen konnte (Catharine Eddowes). Zudem wäre ein Gespräch zwischen Polizisten und Dirnen in dieser Mord-Periode auch nicht sonderlich aufgefallen, wohl eher normal gewesen. Was wiederum die doch recht wenigen Zeugenaussagen erklären würde. Denn wer merktt sich denn schon soetwas. Zudem hatte die "Cops" auch lange Umhänge, die sie vor den eigentlichen Verstümmelungen ablegen und dann wieder überwerfen konnten, um Blutspritzer zu verdecken....Und auch Polizisten haben Gelüste, es hat sicherlich viele gegeben, die sich mit den Damen vergnügt haben, deshalb ihnen auch bekannt waren..........

Hat denn noch immer niemand eine Zeitmaschine erfunden???

Es grüsst ganz herzlich.....

Frank

JohnEvans

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Re: Konfession der Ripper-Opfer???
« Antwort #4 am: 15.02.2007 12:12 Uhr »
@Frank,

spät aber dennoch möchte ich dir sagen, daß ich deinen Ansatz klasse finde. Ein Zeuge, der auf einen bestimmten Täter aufmerksam machen will - toll. Hast du vielleicht auch eine Idee, wie dieser Zeuge an die Schürze kam? Dieser Punkt sollte geklärt werden.

Und was den "murder" Schrei anbelangt, denke ich, der stimmt schon so. Offenbar riefen die Menschen damals, wenn sie überfaulen wurden, nicht "help" sondern "murder" (entdeckte ich zufällig in dem A DICTIONARY OF VICTORIAN LONDON von Lee Jackson).

Mort

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Re: Konfession der Ripper-Opfer???
« Antwort #5 am: 15.02.2007 19:04 Uhr »
Über das "oh" habe ich auch schon nachgedacht. Bin aber bisher zu keiner Idee gekommen.  Gehen wir mal davon
aus dass es ein Polizist war, wäre es dann vielliecht nicht irgendwie aufgefallen wenn die Morde immer dann passiert wären
wenn grad derjenige frei hatte.  Wenn er es aber während seines Dienstes gemacht hätte, dann wäre da das Problem mit dem Blut.
Ich weiss nicht so genau wie das lief, aber er musste wenn sein Dienst dann endete wieder auf die Wache zurück. Und da wäre das
Blut vielleicht doch aufgefallen. Allerdings vielleicht auch nicht, es könnte ja von jemand anderem sein. Wäre bei einem Polizisten und den
Verhältnissen im EastEnd nichts ungewöhnliches. Gut, die Umhänge...

Frank, Du sagst bei einem Polizisten hätten die Opfer nicht schon im Vorfeld geschrien. Ich denke dass keine ausgenommen MJK
im Vorfeld groß geschrien hatte. Es hat ja auch sonst nie jemand was groß gehört.  Ich glaube, sie hatten bis auf MJK auch keine Chance groß
zu schreien. Da der Ripper meiner Meinung nach so plötzlich zuschlug und ihnen den Mund zugehalten und sie gewürgt hat.
Im Bezug auf das Vertrauen von Opfer zu Täter so glaube ich, dass es nicht nur einem Polizisten gelungen wäre sich dies zu sichern.

Und ich glaube trotz aller Vorsicht die sich bei den Prostituierten rumsprach so waren sie doch so sehr auf das Geld angewiesen.
Vielleicht ließ sie das für einen Moment die Gefahr immer wieder vergessen wenn ein Kunde kam.

Wenn es der Ripper bei seinen Opfern auf die Konfession abgesehen hätte, dann hätte er doch nicht unbedingt Prostituierte
töten müssen. Ich glaub es war eher was sexuelles. Deshalb Prostituierte. Aber trotzdem lohnenswert darüber nachzudenken.

Gruss

Mort

Offline Isdrasil

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Re: Konfession der Ripper-Opfer???
« Antwort #6 am: 15.02.2007 21:19 Uhr »
Hi John

spät aber dennoch möchte ich dir sagen, daß ich deinen Ansatz klasse finde. Ein Zeuge, der auf einen bestimmten Täter aufmerksam machen will - toll. Hast du vielleicht auch eine Idee, wie dieser Zeuge an die Schürze kam? Dieser Punkt sollte geklärt werden.

Auf alle Fälle wäre dieser Jemand etwas hohl gewesen - mit der Schürze eines Opfer durch die Strassen rennen? Hätte er sich nicht eher anonym an die Presse etc. gewandt und sich keinem Risiko ausgesetzt? Ich glaube nicht, dass ein anonymer Zeuge noch in der selben Nacht (oder besser: Etwa eine Stunde später) eine Nachricht hinterlassen hätte - Mensch, der hätte doch eine Mordspanik gehabt, den Ripper gesehen zu haben, noch dazu ein Cop, und dann mit der Schürze kurz nach dem Mord herumhantieren? Ne, glaub ich nicht...da ist die Feierlaune schon vorbei, John  :icon_wink:

Saucy_Jacky

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Re: Konfession der Ripper-Opfer???
« Antwort #7 am: 09.03.2007 02:41 Uhr »
Noch was zum Ausruf "Oh murder" von mir: Ich hab mir das "Oh" immer als eine Art Keuchen oder Stöhnen vorgestellt, da der Ripper sie ja gewürgt hat (oder liege ich da falsch?) und sie ganz einfach keine Luft mehr bekam. Und den Ausruf "Murder!" finde ich eigentlich nicht ungewöhnlich, schließlich ist ja genau das passiert. :icon_wink:

Offline Pathfinder

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Re: Konfession der Ripper-Opfer???
« Antwort #8 am: 09.03.2007 18:49 Uhr »

naja, wenn man gewürgt wir, dann kann man werder oh, wie auch immer geartet geschweige dann murder rufen. denke mal, dass jtr bei mjk, nicht nur des tatortes wegen, anders vorgegangen ist. aber es ist eigentlich mal interessant sich in die situation hineinzudenken.

vermutlich zog jtr das messer und mjk schrie auf, bevor jtr sie überrumpeln konnte. anders kann ich mir das geschehen nicht vorstellen.
oder die aussage der nachbarin gehört unter die sparte, wichtigtuerei.

UND ER WAR ES DOCH !!!!!!!!

Amudson

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Re: Konfession der Ripper-Opfer???
« Antwort #9 am: 16.04.2007 22:43 Uhr »
@ Frank:

Spätes Statement aber doch zu Deiner ursprünglichen Anfrage über die Konfession der Ripperopfer. Was wirklich genaues ist es zwar nicht, aber vielleicht hilft es Diir doch weiter:

Polly Nicholls: Sie wurde in der "Saint Brdes Parisch Church" getraut. Dies ist eine geschichtsträchtige Kirche, über die man im Internet einiges finden kann, aber anscheinend wird dort allgemein vorausgesetzt, das man weiss, zu welcher Kirchenorganisation sie gehört. Kurz gesagt: wahrscheinlich anglikanisch.

Annie Chapman: Sie wurde in der "All Saints Kirche"/Knightbridge getraut, die heute russisch(?)-ordodox ist, damals aber anglikanisch war.

Liz Stride wurde nach ihrem Umzug nach England von der Schwedisch-Lutherischen Kirche zeitweise unterstützt.

Zu Catherine Eddowes kann ich leider gar nichts sagen.

Genausowenig zu Mary Jane Kelly, da sie aber aus Irland stammte, ist es sehr wahrscheinlich, dass sie katholisch war.


Lassen sich zwei Lehren ziehen:

a. Die Opfer gehörten allerhöchstwahrscheinlich nicht alle der selben Konfession an.

b. Und hier muss ich etwas spekulieren. Auch wenn ich aus eigener Erfahrung weiss, wie nervig (und manchmal abwegig)  es ist, wenn im Forum schon allein aus der Fragestellung gewisse Schlüsse auf deine Gedankengänge gezogen werden, muss ich doch gestehen, dass ich das auch getan habe (für Berichtigungen bin ich aber immer offen). Dass du deine Frage im Zusammenhang mit dem Goulston -Street Graffiti gestellt hast, schloss ich, dass es dir um einen möglichen jüdischen Glauben der Opfer ging.
Wie gesagt, P.N und A.C. heirateten zumindest in Kirchen, Stride war fast sicher schwedisch-lutherisch und MJK vermutlich katholisch. Auch die Nachnamen (inkl. Mädchennamen) sind keinesfalls typisch jüdischen Ursprungs.

Falls du nicht schon von selbst soweit gekommen bist, hoffe ich, dass ich dir etwas geholfen habe.

Amudson