Autor Thema: Bei Ermittlung geschlammpt?  (Gelesen 12909 mal)

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Van Helsing

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Bei Ermittlung geschlammpt?
« am: 22.12.2003 16:15 Uhr »
8) Nun, ich bin mir sicher, dass die Methoden der polizeilichen Ermittlungen im Jahre 1888 anders waren, als sie es heutzutage wohl sind.
Doch wie erklärt man sich nun dass, das im Jahre 1970 im Royal London Hospital  :!: Polizeifotos und Tatortsskizzen :!: gefunden worden sind,
die  über 80 Jahre lang :!: "vermisst" :!: wurden.
Da muss meiner Meinung nach entweder geschlammpt worden sein, oder man wollte ganz gezielt Beweismittel verschwinden lassen. Oder?  8)

Shiva

  • Gast
Bei Ermittlung geschlammpt?
« Antwort #1 am: 07.01.2004 18:36 Uhr »
...naja... ich glaube nicht dass sie absichtlich irgendwie gezielt entfernt worden sind... dann hätten sie sie BESEITIGT und nicht versteckt.
...und außerdem sind bei den skizzen und fotos keine wichtigen beweiße oder hinweiße zu finden die den täter oder eine sonstige verschwörung irgendwie belasten könnten.
also sehe ich nicht wirklich einen grund, dass sie jemand verssteckten musste...
damals war es auch wahrscheinlich nicht sehr organisiert (sie hatten keinen pc wo alles drin war) im polizei revier und fehler passierten relativ schnell... und außerdem musste ein komplettes chaos zu der zeit geherrscht haben... bedenkt die ganzen briefe, zeugenaussagen bla, bla, bla...

vielleicht schikten sie die fotos und skizzen an das krankenhaus um informationen zu kriegen. zb ob es bei der belichtung möglich gewesen wäre zu "operieren" oder sonstiges. -und dass krankenhaus verschlampte das material....

eine andere (sehr wage) theorie wäre es, dass ein arzt aus dem krankenhaus der ripper war und sich die fotos aus irgendeinem grund aneignete.... vielleicht war ja irgendeiner unserer verdächtigen an diesem krankenhaus beschäftigt... wäre ja interessant zui wissen...

Mycroft

  • Gast
Bei Ermittlung geschlammpt?
« Antwort #2 am: 09.01.2004 23:09 Uhr »
Hallo beisammen.

Ich weiß nicht unbedingt, ob man bei der viktorianischen Bürokratie von Schlamperei oder Unordnung reden sollte.
Alles was damals unter dem hehren Siegel der (britischen) Monarchie geschah, hatte Hand und Fuß, was sich allein in der königlichen Post bestätigt. (Die ja heute in England sehr nachgelassen hat... doch dies nur am Rande.)
Allerdings sollte man im Bezug auf die Zuverlässlichkeit der britischen Behörden, gleich welcher Art, nicht vergessen das man anno domini beinahe alles kaufen konnte, wenn man das Geld dazu hatte...
Die Prämisse dieser Ära war der Schein, nicht das Sein. Wenn ein mittlerer oder kleiner Beamter also die Möglichkeit hatte seine Existenz in den Augen der Allgemeinheit etwas aufzudonnern, indem er ein paar Akten, Photographien, Beweise oder Briefe "verlegte" oder "verschlampte", so hat eben dieser kleine Beamte oder Arzt oder Dienstbote die Möglichkeit mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ergriffen.
De fakto war die Viktorianik neben dem Barock und der späten Rennaissance eine der Blütezeiten der Intrige (Das späte Mittelalter wollen wir mal außen vor lassen, einverstanden?)  - wobei im 19. Jhd die Intrige nicht nur auf die Herrscherhäuser beschränkt war, sondern auf alles worauf man problemlos verzichten konnte, um sich zu profilieren; sofern man skrupellos oder ehrgeizig genug war.

Und ein Wort an Van Helsing:
(geiler Name, übrigens! Darf ich Abraham sagen?) :P
Die Polizeiarbeit anno 1888 war damals genauso effektiv und perfekt wie heute: auf dem modernsten Stand der Technik und auf Erfahrungen aufgebaut. Vergleiche mal nicht nur die Polizeiarbeit von 2004 und 1888 sondern Beispielsweise auch mal von 1888 und (z.B.) 1772. (das wären dann die 116 Jahre von 1888 bis jetzt.)
Jede Epoche ist für sich gesehen perfekt, nur verliert man 11 1/2 Dekaden später meist die Relationen aus dem Auge.

Ich will damit keinem zu Nahe treten, schon gar nicht Dir, Abraham (uups)
sondern den Blick auf die Umstände einer Epoche richten.

Ich fange schon wieder an zu sabbeln, sorry. Aber das musste ich los werden... :lol:  :lol:

sahra

  • Gast
Alles nur gelogen
« Antwort #3 am: 10.09.2004 17:38 Uhr »
Meiner Meihnug nach haben die Ermitler genau gewusst wer Jack war.
Wie erklärt sich sonst das nur sechs wochen nach dem letzten Mord die Ermittlungen eingestellt wurden?
Ebenso glaube ich das alle drei Briefe vom echten Mörder stammen. Es gibt nur wenige Übereinstimmungen,aber es sind genug.
Was meint ihr? Wer war es? Aaron Korsninsky war es nicht.
Da bin ich mir sicher.Er fungierte lediglich als Sündenbock.
Ganz sicher wurden Beweise unterschlagen,oder verschlampt.
Ich wette das einpaar dinge sogar absichtlich vertuscht wurden.
Die Hälfte der sogenannten Fakten sind verändert worden.
Irgentetwas muss passiert sein.
Etwas das unter garkeinen mständen an die Öffentlichkeit gelangen durfte.

Colin Benson

  • Gast
Bei Ermittlung geschlammpt?
« Antwort #4 am: 13.09.2004 00:06 Uhr »
Hallo Sarah,

willkommen an Bord (wird Zeit, daß das mal einer sagt).

"Irgentetwas muss passiert sein. Etwas das unter garkeinen mständen an die Öffentlichkeit gelangen durfte."

Ich denke Du wirst einige interessante Diskussionen auf diesem Forum finden, und Menschen, die für neue Fakten in dieser Richtung aufgeschlossen sind.

Viel Spaß

CB

dasilva

  • Gast
Bei Ermittlung geschlammpt?
« Antwort #5 am: 13.09.2004 07:28 Uhr »
Hi,

auch von mir ein "Herzliches Willkommen"

Das was passiert sein muß.... da geb ich Dir Recht.

Aber wie CB schon sagte..."Du wirst einige interessante Diskussionen auf diesem Forum finden"

Gruß Silvi

Raison-d-eatre

  • Gast
Re: Bei Ermittlung geschlammpt?
« Antwort #6 am: 18.02.2009 21:49 Uhr »
(kaum zu glauben dass so viele Threats eingeschlafen sind)

ich bin sehr überrscht dass es anscheinend so viele leute gibt oder gab die tatsächlich glauben Scotland yard hats gewusst wer jack war oder hat absichtlich die ermittlungen manipuliert.

das wäre ja sehr zugunsten der verschwörungstheorien, deshalb schließe ich es eher aus, dass es jemand bekanntes oder von hohem rang war.

jedenfalls werde ich nciht davon ausgehen, bis mir irgendjemand stichhaltige beweise liefern kann....

ich denke nicht dass wirklcih "geschlampt" wurde.
die dokumente wurden sehr sehr lange zeit an verschiedenen orten aufbewahrt und enn jeder irgenwas rausholt und wiederbringt und das immer nur teile sind kann es über 120 jahre hinweg schonmal passieren dass da was wegkommt

Direwolf

  • Gast
Re: Bei Ermittlung geschlammpt?
« Antwort #7 am: 19.02.2009 02:20 Uhr »
*mal mit helf, den Thread zu beleben*

Ich glaube auch nicht, dass das die Polizei von damals absichtlich Beweise hat verschwinden lassen. Das sie gewusst haben, wer der Ripper gewesen ist bezweifel ich ebenfalls. Ich denke einfach, das allein schon durch die Weltkriege einige Informationen vernichtet wurden, oder sich in alle Winde verstreut haben. Vieleicht war die Polizei ja sogar bei einem Verdächtigen dicht dran, konnte ihm nur nicht den entscheidenen Beweis liefern um ihn zu verhaften. das man davon in den Presseberichten dann nichts fand sollte dabei nicht verwundern. Stellt euch mal vor, ihr werdet als dringend Tatverdächtig verhaftet, der letzte entscheidene Beweis für eure Unschuld oder Schuld fehlt noch und die Polizei informiert schon mal die Presse, das ihr der Täter seid. Nehmen wir nun noch an, kurz nach der Veröffentlichung taucht doch noch der Beweis zu eurer Unschuld auf. Das wäre ein heftiger Schlag in die Magengrube der Polizei, die dann ganz schön doof dasteht.
Das sie eventuell zuletzt doch noch auf der richtigen Spur waren würde ich nicht ausschließen, aber eindeutig gewusst werden sie bestimmt nicht haben, wer der Ripper war. Das wäre der weltweiten Presse von damals bestimmt nicht entgangen. Schließlich hat sich ja nicht nur die londoner Presse für den Fall interessiert.

Grüße,

Direwolf

Bettina

  • Gast
Re: Bei Ermittlung geschlammpt?
« Antwort #8 am: 19.02.2009 11:27 Uhr »
Hi,

Das sie eventuell zuletzt doch noch auf der richtigen Spur waren würde ich nicht ausschließen, aber eindeutig gewusst werden sie bestimmt nicht haben, wer der Ripper war. Das wäre der weltweiten Presse von damals bestimmt nicht entgangen. Schließlich hat sich ja nicht nur die londoner Presse für den Fall interessiert.

Da kann ich nur zustimmen. Ich denke auch, dass auf jeden Fall irgendwann was bekannt geworden wäre.
Und das bei den damaligen Ermittlungen wirklich absichtlich nicht gründlich genug vorgegangen worden ist, kann ich mir auch nicht vorstellen. Das mag aus heutiger Sicht vielleicht so aussehen, aber wir dürfen nie vergessen, dass die Forensik oder Spurensicherung an Tatorten noch in den Kinderschuhen steckte. Das jeder Mensch individuelle Fingerabdrücke hatte war zwar schon bekannt, aber diese zu sichern kam noch keinem in den Sinn.

Zudem wurden die Morde im EastEnd verübt, die Opfer waren Prostituierte, das mag, unbewusst, bei den Ermittlungen ebenfalls eine Rolle gespielt haben.

Grüße
Bettina

Raison-d-eatre

  • Gast
Re: Bei Ermittlung geschlammpt?
« Antwort #9 am: 19.02.2009 15:50 Uhr »
Zitat
Zudem wurden die Morde im EastEnd verübt, die Opfer waren Prostituierte, das mag, unbewusst, bei den Ermittlungen ebenfalls eine Rolle gespielt haben.

wie genau ist das gemeint?

dasilva

  • Gast
Re: Bei Ermittlung geschlammpt?
« Antwort #10 am: 19.02.2009 23:20 Uhr »
Wahrscheinlich soll das heißen das bei "Prostituierten" nicht ganz so eifrig ermittelt worden ist.

Uhh... ist das schon lang her das ich hier mal was geschrieben habe.....  ich gelobe besserung!!!!

Raison-d-eatre

  • Gast
Re: Bei Ermittlung geschlammpt?
« Antwort #11 am: 20.02.2009 07:11 Uhr »
mh....ja..... das kann ich mir gut vortellen,

allerdings kommt das natürlich auf die damalige einstellung an

(damit kenn cihmich jetzt nicht soo aus muss ich zugeben)

Bettina

  • Gast
Re: Bei Ermittlung geschlammpt?
« Antwort #12 am: 20.02.2009 14:11 Uhr »
Hallo,

Wahrscheinlich soll das heißen das bei "Prostituierten" nicht ganz so eifrig ermittelt worden ist.

dasilva war schneller als ich mit der Antwort!  :icon_lol:
Ja, genauso ist das zu verstehen.

allerdings kommt das natürlich auf die damalige einstellung an

Im viktorianischen England war die Klassengesellschaft noch sehr ausgeprägt. Man war entweder reich, dann hatte man Einfluss und wurde von der Gesellschaft geachtet und respektvoll behandelt, oder man war arm.
Einen guten Einblick in das London Jack the Rippers findest du in Jack Londons "People of the Abyss", dass man hier auf der Seite vollständig nachlesen kann:

http://www.jacktheripper.de/dokumente/menschen_der_tiefe/

Es ist teilweise wirklich krass und kaum vorstellbar, aber es erklärt auch warum die Polizei so ermittelt hat und warum es uns heutzutage so vorkommt, als ob die damaligen Ermittlungen nicht gründlich genug gewesen wären.

Uhh... ist das schon lang her das ich hier mal was geschrieben habe.....  ich gelobe besserung!!!!

Das passiert jedem mal...aber wir kommen alle wieder!  :icon_aetsch:

Grüße
Bettina