Autor Thema: Zeitliche und räumliche Aspekte des GSG`s und der Nacht des Double-Events  (Gelesen 50049 mal)

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chpmn

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exestiert diese schürtze denn noch in einer beweis kiste? also könnte man diese noch untersuchen?

Offline Isdrasil

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Hi

Kurz und knapp: Leider nicht.

Grüße, Isdrasil

LondonFog

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Oder exisitiert tatsächlich dieses Zeitfenster? Wenn ja, dann ist es doch wahrscheinlich, dass der Ripper einen Zwischenstopp eingelegt hat - womöglich bei seinem Zuhause. Und in diesem Fall könnte man schon ein wenig etwas aus diesen Eckpunkten (Tatorte und GSG) herauslesen.

dann müsste das zuhause in deutlich geringer Zeit vom Tatort aus erreichbar gewesen sein, als der Rahmen des Tatfenster ist. Denn der Ripper benötigt dann Zeit für den Weg nach Hause PLUS den Weg von dort zur Goulst.street.
 :icon_arrow: Geht man von einer nicht allzulangen aufenthaltsdauer (vielleicht kurzes säubern und Organablegen, Kreide suchen) aus, könnte man daraus vielleicht einen möglichen Radius berechnen, in dem dem das Zuhause liegt. :icon_idea:

Offline Isdrasil

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:icon_arrow: Geht man von einer nicht allzulangen aufenthaltsdauer (vielleicht kurzes säubern und Organablegen, Kreide suchen) aus, könnte man daraus vielleicht einen möglichen Radius berechnen, in dem dem das Zuhause liegt. :icon_idea:

That´s the way (aha aha) I like it!  :icon_wink:

Grüße, Isdrasil

LondonFog

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na dann fang ich mal an:

Zeitfenster : Entdeckung Eddowes: 1.45 a.m.
Long Goulst.str. nichts gesehen:     2.20 a.m.
Entdeckung GSG:                         2.55 a.m.

d.h. mögl. Zeitfenster im Rahmen 35 min - 1 h 10 min.

Rechnen wir jetzt mal davon 5 min weg (mögl. Umwege etc. um Verfolgung zu verhindern, etc.)
und ziehen mal 15 Aufenthalt Zuhause ab (vielleicht waschen, Umziehen, etc.)
bleiben

20 min bis 55 min für den Weg vom Tatort nach Hause und den Weg von dort zur Goulston Street.

 :icon_arrow: Fußgänger bewegen sich mit einer Geschwindigkeit von 1,8 km/h (0,5 m/s – Ältere, Gehbehinderte) bis etwa 6,5 km/h (1,8 m/s)

- nehmen wir mal dass er einigermaßen gut zu Fuß war, aber auch nicht auffallen wollte und gehen von
  4 km/h aus.

dann kann er in 20 min eine Strecke von 1 1/3 km zurücklegen,
                   in 55 min         sogar         3 2/3 km.


Ach, ich glaube ich höre damit jetzt auf, da sind viel zu viel unsicherheiten drin und es bringt letztendlich wohl auch nichts. Wenn jemand anders weiter machen will nur zu.



 

Offline Isdrasil

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Hi London Fog,

das war doch schon mal gut – schade, das Du so schnell schon aufgibst… :icon_sad:

Aber dann stelle ich eben mal ein paar Überlegungen an (Betonung liegt auf Überlegungen)- und Achtung, es wird höchst spekulativ!

Zunächst einmal der von mir angenommene Fluchtweg nach dem Mord an Stride…
Ausgehend davon, dass der Ripper Diemschütz kommen hörte, dürfte er wohl um die nächstgelegene, südliche Ecke geflohen sein. Seine nächste Richtungswahl könnte zugunsten der Commercial Road ausgefallen sein. Hier kommt der erste größere Entscheidungspunkt, an dem man etwas ablesen könnte...
Punkt 1: Der Ripper entschied sich offensichtlich nicht, nördlich durch die engeren Gassen und Strassen auf die Whitechapelroad zu fliehen. Stattdessen entschied er sich für die westliche Richtung. An der Kreuzung Commercial Road – Whitechapel Road dann jedoch das auffälligste Merkmal...
Punkt 2: Aufgrund der Bewegungen von Eddowes lässt sich davon ausgehen, dass der Ripper in einem Bereich südwestlich dieses Punktes auf sie traf. Er entschied sich also in diesem Moment nicht für den Norden oder den Osten, sondern ganz klar für den Südwesten. Diese Tatsache ist äußerst wichtig und aussagekräftig.

Gesetz dem Fall, Stride zählt nun zu den Opfern des Rippers:

Ich glaube im Moment nicht, dass der Täter nach dem Mord an Stride noch auf ein weiteres Opfer aus war. Dazu gehen seine in diesem Fall angenommenen Bewegungen zu sehr von den Orten seiner geglückten Morde weg – er hätte wohl eher einen Weg in Richtung Norden eingeschlagen. Besonders prägnant sticht dabei seine Entscheidung an Punkt 2 hervor, seinen Weg in Richtung Süd-Westen fortzusetzen. Neue Opfer hätten sich wohl (für ihn persönlich) eher in die nördliche Richtung vermuten lassen. Dagegen ist es äußerst unwahrscheinlich, dass er im Südwesten ein neues Opfer vermutete – Eddowes war wahrscheinlich ein absoluter Glücksfall für ihn. Die schnelle Ausführung der Tat und die etwas gesteigerte Härte zeigen jedenfalls eine Art absoluter, zielgerichteter, schneller, professioneller Befriedigung aufgestauter Bedürfnisse. Wäre ihm Eddowes nicht über den Weg gelaufen – es hätte vermutlich kein Double-Event gegeben, und der nächste Mord hätte wohl in kürzester Zeit darauf stattgefunden.

Was schließe ich in diesem Fall daraus? Eigentlich nur eines: Zusammengenommen mit dem GSG, von dem ich nun mal annehme, dass es sich nicht allzu weit entfernt von der Wohnung des Rippers befindet (ich kann mir nicht vorstellen, dass er eine halbe Stunde mit der Schürze durch das East End lief) und dem Hochgefühl, welches er nach dieser Nacht direkt nach dem perfekten Verbrechen an Eddowes empfunden haben muss – lag der Wohnsitz des Rippers vermutlich in dieser Südwestlichen Region des East Ends.

Grüße, Isdrasil

Stordfield

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Hallo Isdrasil !

Alles schön und gut ; ich kann Deine Gedankengänge auch prima nachvollziehen . Was mir dabei aber nicht einleuchtet : Warum sollte der Ripper sich nach der Tat am Mitre Square noch einmal von zu Hause entfernen und zur Goulston Street laufen ?

Gruß Stordfield

Offline Isdrasil

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Hi

Das ist eine gute Frage, die Kopfzerbrechen bereiten kann. Aber die Frage hängt ja eigentlich gar nicht so sehr mit meinem Szenario zusammen: Warum sollte der Ripper generell noch einmal auf die Straße gehen, nachdem er schonmal zuhause war und beispielsweise die Organe abgliefert hatte? Bleibt zur Beantwortung oder Umgehung dieser Frage nur die Möglichkeit, das Long die Schrift und die Schürze tatsächlich zunächst übersehen hatte...doch dann müsste man beinahe annehmen, dass das GSG von Anfang an geplant war, denn der Ripper hätte es nach der Tat womöglich auf dem Nachhauseweg verfasst. Plante er es dann nach dem Mord an Stride? Ging er nach dem Mord an Stride noch einmal nach Hause und holte Kreide? Liegt daher sein Zuhause eher zwischen den Tatorten? Doch woher kommt dann die Bewegung in den Westen? Wieso nicht in den Norden?  :icon_confused:

Ich bleibe mal bei meiner Annahme und baue gedanklich noch das GSG mit ein - irgendwie  :icon_wink:

Grüße, Isdrasil

Oder natürlich: Hat der Ripper die Schürze gar nicht dort abgelegt? War es vielleicht Long selbst, der sie woanders fand und sich ein wenig profilieren wollte? Weiß jemand zufällig, wie die Strecke des Beats von Long an diesem Abend aussah?

Offline Isdrasil

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Ok, dann spinnen wir mal weiter…

Der Ripper hat also nun doch noch einen vortrefflichen Mord begangen. Er hat Organe entfernt, diese mit Hilfe der Schürze des Opfers transportiert und sitzt nun mit gewaschenen Händen in seiner Wohnung in (sagen wir mal) Houndsditch oder unmittelbarer Nähe und kommt zur Ruhe. Da kommt ihm diese kleine Idee mit dem GSG. Ganz spontan. Er zieht sich also andere Klamotten an, schnappt sich eine Kreide (weshalb hat er die zuhause?), legt die Schürze zusammen, und begibt sich auf die Straße. Es bereitet ihm einen kleinen Kitzel, mit der Schürze des Opfers durch die Strassen zu wandeln. Die Gefahr überdeckt er – Gründe hierfür könnte es genügend geben. Nachdem er um einige Ecken vom Tatort entfernt gebogen ist, findet er endlich ein geeignetes Plätzchen und schwupps! – das GSG ward entstanden….

Hm…wieso eigentlich nicht?´ :SM032:

LondonFog

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Ok, dann spinnen wir mal weiter…

... , schnappt sich eine Kreide (weshalb hat er die zuhause?),...

So ungwöhnlich ist Kreide nun auch nicht. Hab gerade mal nachgesehen, ich hab auch welche. :icon_mrgreen:


Es bereitet ihm einen kleinen Kitzel, mit der Schürze des Opfers durch die Strassen zu wandeln. Die Gefahr überdeckt er – Gründe hierfür könnte es genügend geben.

Was ist denn dann der Grund? Einfach nur der Nervenkitzel? Meinst du nicht, dass er nach 2 Morden eigentlich
genug davon gehabt hat (immerhin ist er bei stride ja nur sehr knapp davongekommen).

Was auch immer der Grund gewesen sein mag. (Wie gesagt, wir wissen ja nicht einmal, ob er zu Hause war)
Ich frage mich gerade immer wieder, warum gerade die Goulston Street? So nah am Tatort ist das jetzt auch nicht.
  Hat die Straße vielleicht für ihn irgendeine besondere Bedeutung, oder war das einfach die erstbeste
  geeignete Stelle?

Offline Isdrasil

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Hi

Was ist denn dann der Grund? Einfach nur der Nervenkitzel? Meinst du nicht, dass er nach 2 Morden eigentlich
genug davon gehabt hat (immerhin ist er bei stride ja nur sehr knapp davongekommen).

Nein, da hast Du mich falsch verstanden. Ich habe jeglichen Freiraum offen gelassen, was ihn in diesem Fall zum GSG motiviert hat (Da kommt ihm diese kleine Idee mit dem GSG). Weshalb ihm diese Idee kam und was er damit bezweckte, das kann man ja noch überlegen. Es bleibt in diesem Szenario noch Platz für sämtliche bisherig in anderen Themen angesprochene Motivationen (Verhöhnung der Polizei, Anspielung auf Leather Apron, Judenhass...). Ich meinte ja nur, dass es ihn bestimmt nochmal kitzelte - falls es so gewesen sein sollte.
Um deine Frage direkt zu beantworten: Nein, ich glaube nicht, das es nur der Nervenkitzel war  :icon_wink:

Ich weiß ja noch gar nicht, ob ich diese Version überhaupt glauben kann. Es sind nur Gedanken, mehr nicht. Es ist eben der Punkt 2 auf der Karte, der mich fuchst, oder vielmehr die Bewegung Richtung Westen - und dafür wollte ich eine von vielen möglichen Erklärungen liefern. Und da würde ich gerne mal von Euch wissen wollen:

Wie erklärt ihr Euch jetzt den Weg in die westliche Richtung? Müsste der Ripper nach der Störung nicht zu dem Gebiet zurückkehren wollen, auf dem er erfolgreich gewesen war, sollte er noch einen Mord begehen wollen?

Grüße, Isdrasil
« Letzte Änderung: 21.02.2008 20:19 Uhr von Isdrasil »

chpmn

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also meiner meinung nach ist der erste mord nicht auf den deckel des rippers zu schreiben !
nur der perfekte mord mit der tatsächlichen organ entnahme ist von ihm ausgeführt worden! ( meine meinung) was sollte er so weit im westen anfangen? bzw. im süd westen? nichts da sich alle morde nördlich abspielten und er sein "jagtgebiet" kannte warum sollte er sich in ein unklares umfeld begeben?
ich bin der meinung das der mord von jemand anderem ausgeführt worden ist und ein einfacher dirnen mord war.

was das gsg angeht bin ich noch unentschlossen aber der meinung das der jenige nur eine hetzjagt eröffnen wollte zb. der bobby der es entdeckt hat!

JohnEvans

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War es vielleicht Long selbst, der sie woanders fand und sich ein wenig profilieren wollte?
Selbst wenn er sich profilieren wollte, so mußte er dazu die Schürze nciht an einen anderen Ort tragen. Das Auffinden alleine hätte gereicht, egal, wo.


JohnEvans

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@chpman,

Warum sollte ihn die Himmelsrichtung von seiner Tat abhalten? Und wenn du Stride meinst, dann lag der Tatort, verglichen mit dem Eddowes, weiter östlich, nicht westlich. Außerdem wurde Nichols noch weiter westlich aufgefunden. Somit ist die Himmelsrichtung als Argumentation, ob Stride ein Ripperofper ist oder nicht, nicht überzeugend.

LondonFog

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Wie erklärt ihr Euch jetzt den Weg in die westliche Richtung? Müsste der Ripper nach der Störung nicht zu dem Gebiet zurückkehren wollen, auf dem er erfolgreich gewesen war, sollte er noch einen Mord begehen wollen?

Klar, man sollte meinen, dass er auf Grund seines Scheiterns instinktiv zu einem Verhalten (bzw. einem Ort)
zurückkehrt, von dem er noch im Kopf hat "das war schon einmal erfolgreich. So mache ich es jetzt wieder."
Zu beachten ist aber auch, dass diese, ich nenne es mal Westtendez auch besteht, wenn man den ersten Mord in der Buck's Row geographisch mit dem zweiten Mord in der Hanbury Street vergleicht.

Ok, OK, so richtig überzeugend ist der Einwand nicht, das sehe ich ein. Vielleicht hat der Ripper sich ja gedacht,
dass es klüger wäre, in einer gegend zuzuschlagen, in der er noch nicht aktiv war. Vielleicht weil er damit rechnete, dass durch die vorherigen Morde im Nordosten dort mit mehr Polizeibereitschaft oder mehr Aufmerksamkeit der Bevölkerung zu rechnen wäre.  :icon_idea:

Noch was anderes:
Wenn ich mir gerade so die Karte von Whitechapel anschaue, ist euch eigentlich mal aufgefallen, was die Tatorte trotz ihre Streuung verbindet? Die liegen alle recht nahe an 2 größeren Straßen:

 3 (Chapmann, Stride, Kelly) in unmittelbarer Nähe zur Commercial Road,
 2 (Nichols, Eddowes in unmittelbarer Nähe zur Whitechapel Road bzw. deren
 Fortsetzung der Aldgate High Street.

Und das GSG ist nun auch nicht so weit weg von der Aldgate High Street. Vielleicht sollten wir das in unsere bisherigen Überlegungen noch einbauen.