Autor Thema: aktennotiz/brief von warren am 10.11.88  (Gelesen 9986 mal)

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Offline thomas schachner

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aktennotiz/brief von warren am 10.11.88
« am: 03.09.2003 03:57 Uhr »
hallo alle zusammen,

ich denke, dies hier könnte von interesse sein.
charles warren schreibt hier über den mord an mjk und das die queen, dem "komplizen" des rippers gnade gewähren würde - diese aktennotiz oder brief erfolgte wohl unmittelbar, nachdem victoria sich mit einem schreiben an das inneministerium gewendet hat.

interessant --> obwohl warren am 09.11. den dienst quittiert hat, war er noch mehrere wochen "tätig".


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Scharfnase

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Bis zur Amtsübergabe
« Antwort #1 am: 03.09.2003 10:43 Uhr »
Hi Thomas,

es ist nichts Ungewöhnliches, dass Amtsträger in hohen Positionen auch nach ihrem Ausscheiden noch weitermachen und sogar den Nachfolger einarbeiten. Das nennt man wohl reibungslose Amtsübergabe. Möglicherweise konnte auf die Schnelle kein Nachfolger für den überraschend zurückgetretenen Warren gefunden werden und er musste noch einige Wochen weiterarbeiten.

Viel spannender ist freilich der Inhalt des Briefs, der zeigt wie sehr Warren davon überzeugt war, dass der Ripper Helfer hatte. Obwohl es kaum Zeugen gibt, die von zwei Personen an den Tatorten sprechen, setzt sich Warren dafür ein, dass der Helfer möglicherweise von der Königin begnadigt wird. Damit will die Polizei mögliche Mittäter zum Geständnis locken, einer Art von früher "Kronzeugenregelung" nach dem Motto: Wenn Du uns den Ripper nennst, lassen wir Dich laufen.

Allerdings hätte Warren sich die Schreibarbeit sparen können, da der Ripper laut FBI-Profil vermutlich ein Einzeltäter war.;-)

Gott zum Gruße,
Scharfnase

Eastsidemags

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aktennotiz/brief von warren am 10.11.88
« Antwort #2 am: 03.09.2003 11:02 Uhr »
naja, ich glaube da wird etwas zu viel in den Brief reininterpretiert.

1.) Warren gibt erstmal nur die Weisung der Queen wieder.

2.) da steht "Mary Janet Kelly was murdered by some person or persons unknown". Also ging Warren keinesfalls davon aus, dass es zwei Personen waren.

3.) die Hauptintention der Amnestie sehe ich eher darin, allgemein Mitwisser (und nicht unbedingt Mittäter) zu ködern.

Scharfnase

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Auf dem Holzweg
« Antwort #3 am: 03.09.2003 16:37 Uhr »
Hi Eastersidemags,

Du hast recht, Warren gibt nur eine Weisung des Innenministers weiter. Dennoch stammt die Idee, dem möglichen Komplizen Straffreiheit zuzusichern, wohl von ihm. Solche Strategien zu entwerfen, obliegt doch einem Praktiker wie Warren, der ja viel näher am Fall dran ist wie der Minister selbst. Warren wird wohl beim Rapport im Innenministerium die Amnestie angeregt haben.

Das Wort "accomplice" bezieht sich nicht nur auf bloße Mitwisser, sondern auf Tatbeteiligte, die nicht selbst Täter sind. Daher war Mittäter von mir zu ungenau. Mitwisser hätten vom Gesetz ohnehin nicht viel zu befürchten, da es kein großes Verbrechen ist, von einem Verbrechen nur zu wissen. Vielmehr handelt es sich wohl um Gehilfen oder Anstifter.

Gott zum Gruße,
Scharfnase

Offline thomas schachner

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aktennotiz/brief von warren am 10.11.88
« Antwort #4 am: 03.09.2003 23:58 Uhr »
george lusk hat bereits am 07.10.88 in einem schreiben an das innenministerium vorgeschlagen, dass bei einem mitwisser/mittäter/komplizen von einer strafe abgesehen wird, falls diese/-r informationen liefert, die zur ergreifung des täters führen.

am 09.10.88 äußert sich warren darüber, dass er die idee für gut heißt, aber matthews schmettert diese ab.

die idee stammt also ursprünglich von unserem freund lusk, nicht von warren.

gruss
thomas.
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