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Karl Ludwig

Da der Aktenbestand der Tatverdächtigen heute nicht mehr existiert, können wir teilweise nur Vermutungen anstellen, wer damals, und vor allem warum, in den Fokus der Ermittlungen geriet. Eine große Hilfestellung, um diese essentiellen Lücken zu schließen, bieten uns einstige Zeitungsberichte, die mehr oder weniger ausführlich über die Ermittlungsarbeiten der Behörden berichteten. Obwohl Karl/Charles Ludwig nur eine kurze Erwähnung in diversen Zeitungen fand, ist eine Auflistung auf dieser Seite von Interesse, da er einer der wenigen belegbaren zeitgenössischen Tatverdächtigen, deutscher Herkunft, ist.

 

Curriculum Vitae

geboren

ca. 1848 in Deutschland

gestorben

unbekannt

Karl Ludwig, alias Charles Ludwig Wetzel, ein deutscher Friseur, traf um 1887/1888 von Hamburg aus in London ein und fand Anstellung bei Mr. C.A. Partridge, einem Friseur in den Minories. Er logierte in der Church Street, wo er allerdings aufgrund „ungebührlichen Benehmens“ gebeten wurde wieder auszuziehen. Anschließend lebte er in einem Hotel in Finsbury.

Man beschrieb Ludwig als: 40 Jahre alt, ca. 1,70 Meter groß, schlank, dunkler Teint mit grauem Bart und Schnauzer, sein steifer Gang machte den Anschein, als wäre mit einem seiner Beine etwas nicht Ordnung.

Nachdem er den achtzehnjährigen Alexander Freinberg am 18. September 1888 gegen drei Uhr morgens in angetrunkenem Zustand mit einem langen Messer an einem Kaffeestand in der „Whitechapel High Street“ bedrohte, da er angeblich nicht ertragen konnte wie Freinberg ihn ansah, wurde er von Police Constable Gallagher verhaftet. Während man ihn zur Polizeistation abführte, ließ er ein Messer fallen. Als man dieses später auffand, stellte sich jedoch heraus, dass es sich nur um ein gewöhnliches Taschenmesser handelte. Bei einer Leibesvisitation fand man weiterhin ein Rasiermesser und eine Schere mit langen Schneiden, was für einen Friseur allerdings nicht besonders verdächtig und ungewöhnlich ist.

Als die Polizei später erfuhr, dass er bereits in dieser Nacht vor der Attacke auf Freinberg die einarmige Prostituierte Elizabeth Burns messerschwingend im „Three Kings Court“ erschrak und sein Vermieter berichtete, dass er in der Mordnacht von Annie Chapman angeblich Blut an Ludwigs Händen sah, stand für die Beamten fest, dass sie Jack the Ripper in Gewahrsam hatten.

 

Argumente: PRO

  • Ludwigs Aussehen stimmt mit einigen Zeugenaussagen überein.
  • Seine aufbrausende, teils gewalttätige Persönlichkeit, brachte ihn mehrmals mit dem Gesetz in Konflikt.
  • Am Morgen nach dem Mord an Annie Chapman wurde er beobachtet, wir er Blut von seinen Händen wusch und erklärte, dass er sich angeblich verletzt habe.

Argumente: CONTRA

  • Er konnte für die Morde an Mary Ann Nichols und Annie Chapman ein zufrieden stellendes Alibi vorweisen.
  • Zum Zeitpunkt des Doppelmordes befand sich Ludwig noch in Haft.

 

Thomas Schachner / Christopher J. Morley
(Dokument zuletzt bearbeitet am 14.10.06)






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