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Cody McFadyen „Die Blutlinie“
480 Seiten
Lübbe, 2006
ISBN: 3785722583

Das Erstlingswerk des Autors Cody McFadyen ist an Spannung kaum zu übertreffen. Bereits auf den ersten Seiten wird man in den Bann seiner Heldin Smoky Barrett gezogen - leidet und freut sich mit ihr gleichermaßen.
Trifft man noch zu Beginn des Buches auf eine FBI-Agentin, die aufgrund eines furchtbaren Verbrechens an sich und ihrer Familie bereits mit dem Leben abgeschlossen hat, so ist man im weiteren Verlauf unmittelbar dabei, wie sie den Kampf gegen einen neuen Typus Serienmörder aufnimmt und ihr diese Herausforderung scheinbar neuen Lebensmut einhaucht.
Der Täter gibt vor ein Nachfahre „Jack the Rippers“ zu sein, doch seine Vorgehensweise unterscheidet sich grundsätzlich von der des Whitechapel-Mörders. „Jack the Ripper junior“, wie er sich selbst nennt, nutzt die Mittel der Zeit, um potentielle Opfer aufzuspüren und dem FBI Hinweise mit der Absicht zu übermitteln, sie in ein perverses „Katz und Maus“-Spiel zu verwickeln. Hier merkt man, dass sich der Autor mit dem Medium Internet und seinen Möglichkeiten auseinandergesetzt hat und Leser, die sich mit der Materie auskennen, nicht mit fiktiven und unrealistischen Tatsachen langweilt, wie sie allzu oft in anderen Büchern dargestellt werden.


Fazit:
Obwohl sich aufgrund der Thematik ein voreiliger Vergleich mit „Schweigen der Lämmer“ aufdrängt, unterscheiden sich beide Werke grundsätzlich und haben bis auf eine weibliche Hauptakteurin nichts gemeinsam. Auch sollte man keinen „Jack the Ripper“-Roman, der sich einigermaßen an die geschichtliche Vorlage hält, erwarten, da es, bis auf den Namen, keine Parallelen zum geschichtlichen Vorbild gibt. Die Idee, dass „Jack the Ripper“ Nachkommen zeugte und diese seine „Blutlinie“ weiterverfolgen ist allerdings ein brillanter Ansatz.
Für zart besaitete Leser eher ungeeignet (die überaus detaillierte Darstellung der Morde und die Vorgehensweise des Täters sind an Perversität kaum zu überbieten), Hartgesottene werden dieses Buch nach dem Lesen jedoch dankbar ins Regal stellen.

 

Thomas Schachner
(Dokument zuletzt bearbeitet am 25.11.06)


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