Umfrage

Wer ist euer "liebster" Tatverdächtiger

Montague John Druitt
0 (0%)
Michael Ostrog
0 (0%)
Joseph Barnett
2 (10%)
William Henry Bury
2 (10%)
Dr. Thomas Neill Cream
0 (0%)
George Hutchinson
0 (0%)
Severin Klosowski
0 (0%)
Aaron Kosminski
5 (25%)
Sir William Gull
1 (5%)
James Maybrick
0 (0%)
Walter Sickert
0 (0%)
Robert D. Stevenson
0 (0%)
Francis Tumblety
1 (5%)
Frederick Deeming
0 (0%)
Jemand ganz anderes
8 (40%)
Richard Mansfield
1 (5%)

Stimmen insgesamt: 10

Autor Thema: Die Tatverdächtigen  (Gelesen 13163 mal)

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Lou Cifer

  • Gast
Re: Die Tatverdächtigen
« Antwort #15 am: 11.10.2007 14:45 Uhr »
Rischtisch  :icon_thumb:
Ich find persönlich, dass Bury der beste Kandidat dafür ist der Ripper zu sein, zumindest von den anderen namentlich genannten. Auch bin ich der Meinung, dass man die Auswahl an Verdächtigen nahezu unendlich fortsetzen könnte, und sich daher auf den kleinsten Kreis beschränken sollte, denn ansonsten würde das alles ausarten. Denn jeder Autor/Schreiberling oder jede Privatperson hat seinen eigenen Favoriten, der natürlich "am wahrscheinlichsten" oder "100%ig" Jack ist. Bestes Beispiel hierfür ist ja unsere allseits geliebte Patricia.
Aus diesem Grund habe ich mich auch auf die Verdächtigen beschränkt, die schon bei Schachner/P. bzw. Sugden genannt werden.

Viele Grüße, Lou

Offline Pathfinder

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Re: Die Tatverdächtigen
« Antwort #16 am: 10.11.2007 14:13 Uhr »

so, ich möchte noch einmal eine alte frage aufwerfen, die mir schon lange und immer noch unter
den nägel brennt.

wenn man von den kan. fünf jtr-opfer ausgeht, so war der mord an mjk der letzte, den man jtr
anrechnet. logischer weise ist die frage aufgekommen und wurde hier bereits schon diskutiert

-warum hat er aufgehört ?-

zu dieser frage habe ich nun folgende meinung :

ich gehe davon aus, dass jtr entweder gefangen wurde (auch ohne zu wissen, das es sich um
den whitchapel-mörder handelt) oder er gestorben ist. andere theorien, er sei ausgewandert,
wurde "bekehrt" (wie auch immer) oder er hat seinen MO gewechselt halte ich persönlich für sehr
unwahrscheinlich. natürlich kann man begebenheiten nach belieben variiren, doch ich möchte
es einfach nur mal mit der einfachen logik versuchen, ohne andere möglichkeiten nicht auszu-
schliessen. kann natürlich nur ein paar theorien hier berücksichtigen.

erstens jtr sei ausgewandert. möglich, aber warum ist er da nicht aufgefallen. kann es sein, dass
er sein MO gewechselt hat ? ja kann sein, aber so richtig glaube ich persönlich nicht daran. ein
innerer trieb hat ihn doch veranlasst, seine tat so zu vollbringen, wie er es getan hat, warum sollte
eine kehrtwende stattfinden ? natürlich wurde überall in der welt auch nach dem 09. nov 1888 auf
grausamer weise frauen mit dem messer getötet, aber nicht auf diese art. klar kann man das ar-
gument anführen, mjk war das "highlight", das kann man nicht mehr toppen, doch glaubt ihr wirklich
ein psychisch gestörter serientäter sagt sich "so, dass war mein meisterwerk, jetzt versuche ich
was anderes" ? nach meiner persönlichen und nicht allwissender logik meine nein, sehr unwahr-
scheinlich. bei vielen morden, wo ein messer involviert war, wurde allzugerne einen bezug zu jtr
gesucht.

zweitens eine einsicht/bekehrung ect. ist meiner ansicht nach auch nicht sehr wahrscheinlich,
aber auch nicht ganz auszuschliessen, dazu komme ich noch später einmal darauf zu sprechen.
sollte ein derartiges ereignis im leben von jtr eingetroffen sein, warum hat er sich dann nicht
spätestens an seinem totenbett zu seinen taten geäussert oder etwa schriftlich hinterlassen ?
klar, es könnte auch den grund gehabt haben, seiner familie keine schande zu überlassen,
wenn er es getan hätte, doch ich gehe in so einen fall davon aus, dass wenn eine innere läu-
terung stattgefunden hat, er sich offenbart und somit auch von seiner unsäglichen schuld so-
etwas ähnliches wie"sich freigesprochen/erleichtert" hätte, eine art späte öffentliche reue.

als nächstes möchte ich die variante "MO-wechsel" ansprechen. dazu verweise ich der
einfacheit halber auf punkt eins, wo ich den MO-wechsel schon kurz skizziert und ausgeschlossen
habe.

nach diesem kurzen persönlichen ausschlussverfahren komme ich nun zurück zu meiner be-
hauptung, dass jtr gefasst wurde oder gestorben ist (klar ist ja auch schon ne ecke her) ;-)
begründen möchte ich dieses mit folgenden gedanken:

nach dem mord an mjk geht man im allgemeinen davon aus, dass jtr kein weiteres opfer auf
konto von jtr gegangen ist. also muss man sich die frage stellen, was ist ab dem 09. nov. 1888
passiert.

in anbetracht der mutmaßungen über den täter, habe ich mir überlegt, welcher von denen, die
"gehandelt" werden, kurz nach dem mord an mjk von der "bildfläche" verschwunden ist und
somit keine weitere taten mehr begehen konnte.

bei gull galt das gerücht, dass er in einer nervenheilanstalt eingeliefert wurde. wie dieses ge-
rücht aufkam weiß ich nicht, glaube durch s. knight. für mich durchaus ein denkbarer umstand.
gull verstarb im januar 1890 als gut etwa ein jahr später. somit wäre das ende der morde er-
klärbar.

der nächste mutmaßl. täter, der unmittelbar nach den mord an mjk verschwand war druitt,
der sich im dezember 1888 das leben nahm. druitt ist meiner meinung nach schon ein heisser
kanditat für die taten. der selbstmord könnte ein anzeichen für die oben erwähnte innere einsicht/
bekehrung sein.

kosminski wurde im febr. 1889 erstmals in eine psychatrische anstalt eingewiesen und war somit
eine zeitlang ausser gefecht. sein ganzes restliches leben befand er sich immer wieder in
diversen einrichtungen für geisteskranke.

maybrick, der im frühjahr 1889 verstarb. war er nach seinem exessiven drogenkonsum nicht
mehr in der lage, im falle seiner täterschaft weitere morde zu begehen ?

die meisten anderen verdächtige lebten meines wissens noch jahre länger, viele auch mehr
oder weniger unauffällig, andere nicht ganz so unaufällig wie z. b. klosowski, der aber eher
als giftmörder bekannt wurde.

ich möchte mit diesen gedanken einfach nur zum ausdruck bringen, dass es sehr wahrschein-
lich sein kann, dass man durch solche ereignisse jtr mehr oder weniger zufällig gewahr wurde.

bin für ergänzungen und kritik über fehlinterpretationen sowie über euere meinung dankbar.








UND ER WAR ES DOCH !!!!!!!!

Grimalkin078

  • Gast
Re: Die Tatverdächtigen
« Antwort #17 am: 13.12.2007 17:01 Uhr »
Ich wär jetzt für diesen Francis Thompson gewesen. Auf einem Bild von ihm sieht er so richtig krank aus (ich kann mich auch täuschen) und die contrapunkte waren für mich nicht überzeugend. Schließlich kann man Handschriften locker verstellen. Außerdem sieht sie der Ripperhandschrift verdammt ähnlich. Beide sind so seltsam schief...

Thompson war's wahrscheinlich aber ich hab für "Eine andere Person" abgestimmt.

Secureforce

  • Gast
Re: Die Tatverdächtigen
« Antwort #18 am: 22.08.2009 01:29 Uhr »
Wenn ich ehrlich bin keiner von denen denn wenn ich hier alles höre oder lese glaube ich so unglaublich es klingt wird es einer der polizisten gewesen sein. Denn damals war es üblich das die polizisten große statur ortskenntnisse und ein gewisses maß an anatomischis wissen hatten

Lorasma

  • Gast
Re: Die Tatverdächtigen
« Antwort #19 am: 22.08.2009 15:06 Uhr »
Zitat
glaube ich so unglaublich es klingt wird es einer der polizisten gewesen sein.

hast Du dazu konkrete Anhaltspunkte oder Ideen Secureforce?

Gruß
Lorasma


Secureforce

  • Gast
Re: Die Tatverdächtigen
« Antwort #20 am: 23.08.2009 00:29 Uhr »
Ja da die kehlen bis zur wirbelsäulen knochen durchtrennt waren müssen es kräftige männer gewesen sein und da sie sich in den straßen von eastend auskannten und ein gewisses maß an chirurgischer kenntniss da war und da sie nicht aufgefallen sind in den massen. Und da die polizei damals kräftig menschen waren sowieso ortskenntnis hatten und ein gerisses maß an chirurgischen kenntnissen hatten sind es die einzigen die noch in betracht gezogen werden müssen. Weil wenn es ein vornehmer heer gewesen wäre der währe aufgefallen wie ein bunter hund.

Stordfield

  • Gast
Re: Die Tatverdächtigen
« Antwort #21 am: 23.08.2009 17:07 Uhr »
Hallo Secureforce !

"John Smith" (Fleischergehilfe), "George Long" ( Krankenpfleger) und "Paul Johns" ( Zigarrenwickler) könnten ebensogut kräftige Männer gewesen sein. Dazu, aufgewachsen im Eastend, mit einem gewissen Quantum an Brutalität ausgestattet und einem größeren oder kleinerem Alkoholproblem belastet, wären auch sie eventuell in der Lage Morde zu begehen, auch ohne bei der Polizei zu sein. Außerdem: das größte Plus der meisten Serienmörder ist ihre Unauffälligkeit, das Mitschwimmen mit dem Strom und ihre Anpassungsfähigkeit an die gegebenen Umstände.

Gruß Stordfield
 

Secureforce

  • Gast
Re: Die Tatverdächtigen
« Antwort #22 am: 23.08.2009 17:14 Uhr »
Das ist auch möglich ich geh davon aus weil in den memorandum erwähnt wir das das tatwerkzeug 3 jahre bei einem polizei inspektor war statt in der beweiskammer. Und die dokumentation jack the ripper die biographie bei youtube hat mich auf den verdacht gebracht.

Stordfield

  • Gast
Re: Die Tatverdächtigen
« Antwort #23 am: 23.08.2009 19:47 Uhr »
Hallo !

Natürlich ist Dein Verdacht ja nicht ganz von der Hand zu weisen (und das will ich auch gar nicht), dennoch tendiere ich dazu, die "einfachen" Möglichkeiten zu bevorzugen.
Baue Deinen Verdacht aber ruhig weiter aus. Hast Du Dir auch schon Gedanken darüber gemacht, ob Dein Polizist in Uniform oder Zivil gemordet hat, im Dienst oder in seiner Freizeit? Hatten Polizisten auf dem Höhepunkt der Mordserie überhaupt am Wochenende frei? War er ein einfacher "Bobby" oder ein höherer Beamter?
Also nur her mit Deinen Vermutungen.  :icon_smile: :icon_wink:

Gruß Stordfield

Offline Cannon

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Re: Die Tatverdächtigen
« Antwort #24 am: 25.02.2017 19:59 Uhr »
Hallo Forum!
Ich nenne mich hier “Cannon”, nach dem Serien-Detektiv der 70er Jahre, womit ich auch eine Beschreibung meines Aussehens mitliefere :)
Ich lebte jahrelang in London, erst in Norden (Walthamstow), später in Brixton, bevor es Hipp wurde. Jack The Ripper war mir schon damals ein Begriff, doch erst viel später wurde mir bewusst, wie tief verwurzelt dieser Name in der englischen Gesellschaft noch ist.
Bevor ich mich hier eintrug, las ich erst mal viele der Beiträge und bin inzwischen verblüfft, wie viele Personen bisher verdächtigt wurden.

Als möglicher Täter wird immer wieder ein “Butcher” ins Spiel gebracht. Wohl aus dem einen Grund, das ihm der Anblick von Blut nichts mehr ausgemacht hätte.
Ich frage mich, ob ein solcher Mensch, der der jeden Tag mit Tod, Blut und Eingeweiden zu tun hat, beim Anblick von Blut noch einen “Kick” empfinden kann? Wer jeden Tag tötet (töten kann, weil es Arbeit ist), kann es sein, dass er es irgendwann “brauchte”?
Natürlich ist das Töten eines Menschen etwas anderes, jedenfalls in einem gesunden Gehirn.
Dieser Jack war sicher nicht gesund, sondern wahnsinnig, ohne etwas geniales zu haben.
Ihr seid ja auch auf der Suche nach seinem Motiv, sofern er eines hatte und nicht nur getrieben war.
Galt seine Gewalt den Frauen allgemein oder “nur” den Prostituierten?


Offline Lestrade

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Re: Die Tatverdächtigen
« Antwort #25 am: 25.02.2017 20:36 Uhr »
Hallo Cannon!

Herzlich Willkommen und ich muss sagen, Name und Beschreibung finde ich sehr sympathisch...

Zwei Namen Fallen mir spontan ein, die Serienkiller Carl Großmann und Jürgen Bartsch, die mit dem Fleischerhandwerk zu tun hatten. Solche Berufe wirken auf Menschen mit derartigen Fantasien (die sich früh entwickeln) schon anziehend, weil sie ja zunächst ganz legal töten bzw. schlachten können, auch wenn es "nur" Tiere sind. Es könnte ein Einstieg sein, um später dies an Menschen auszuleben. So ein Killer durchläuft ja immer einen fortschreitenden Prozess. Und wie Du schon sagst, es ist für ihn sicherlich ein Unterschied zwischen Tier und Mensch. Die Endfantasie dabei ist eben der Mensch.

Den Mann den der City Detektiv Sagar beschrieb, muss ja nicht zwangsläufig viel Erfahrung im Butcher Geschäft gehabt haben, ein Mann wie Jacob Levy, könnte auch als erfahrener Schlachter in Betracht gezogen werden, da er offenbar, möglicherweise durch Syphilis, nach und nach den Verstand verlor und aufgrund dieser Erkrankung und aus Frust über die Ansteckung Gewaltfantasien entwickelt hatte, die unter Umständen schon früher leicht vorhanden waren.

Seine Gewalt galt sicherlich in erster Linie Prostituierten, die er auf der untersten Ebene des menschlichen Wesens ansiedelte. Und es ist durchaus möglich, dass sie eben Bestandteil seiner Tötungsfantasien waren und eben nicht die normale Frau. Vor normalen Frauen wird er schreckliche Angst gehabt haben, wie auch immer definiert. Vor Prostituierten fürchtete er sich weniger, würde ich meinen, den sie waren schwach, so schwach, wie er sich gegenüber der normalen Frau fühlte.

Viel Spaß hier.

Herzliche Grüße,

Lestrade.
Wer wartet mit Besonnenheit, der wird belohnt zur rechten Zeit...

Offline Arthur Dent 2

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Re: Die Tatverdächtigen
« Antwort #26 am: 25.02.2017 21:45 Uhr »
Hallo Cannon, Willkommen im Forum!


Einer der Gründe, warum im Falle JTR auch Butcher ins Visier gerieten, lag daran, dass einige der Ärzte, die die Leichen obduzierten, der Meinung waren, dass für die Morde und Ausweidungen zumindest grundlegende Kenntnisse der Anatomie und des Umgangs mit einem Messer nötig gewesen wären.
Der Ripper tötete sehr schnell und effizient per Kehlschnitt, so wie es Schlachter beim Schlachtvieh taten, und eröffnete in recht kurzer Zeit unter schlechten Lichtverhältnissen den Unterleib der Opfer und schnitt Organe heraus - das alles unter hohem Zeitdruck praktisch in der Öffentlichkeit. Er hatte z.B. für die extremen Verstümmelungen von Eddowes im Mitre Square maximal zehn Minuten.
Da es viele Metzger und mehrere Schlachthäuser in der Gegend gab - ein Polizeibericht sprach von 76 Metzgereien und Schlachthäusern, die nach dem Eddowes-Mord von der Polizei überprüft wurden - ist eine solche Annahme gut nachvollziehbar.

Auch ich persönlich bevorzuge die Metzger-Theorie, jedoch muss man auch klar sagen, dass es durchaus auch andere Berufsgruppen gab, die gut mit scharfen Messern umgehen konnten, wie Fischfilettierer, Schuhmacher und andere aus der Lederverarbeitung, Schneider, Zigarrenmacher und natürlich Leute aus medizinischen Berufen usw. Bis auf die beiden Gruppen aus dem Medizin- und Metzger-Bereich hätte sich ein Täter aus den anderen Gruppen allerdings m.E. tatsächlich erst irgendwie, irgendwo etwas mit Anatomie beschäftigen müssen  - denn das Wissen war damals natürlich noch nicht so verbreitet wie heute. Und hinzu kommt noch: Theoretisches Wissen ist etwas anderes, als tatsächlich schon mal ein größeres Säugetier oder gar einen Menschen aufgeschnitten zu haben.

Man weiß übrigens heutzutage aus den Erkenntnissen der Kriminologie, dass Serienmörder oftmals mit dem Quälen, Verstümmeln und Töten von Tieren beginnen, bevor sie zu Menschen als die eigentlichen Ziele ihrer Gewaltphantasien übergehen. Auch suchen sie sich oft Jobs, die ihren Bedürfnissen entsprechen, z.B. eben bei Metzgereien oder bei Bestattern.

Was seine Opfer angeht:
Soweit wir wissen, hat der Serienkiller, den wir JTR nennen, in der Tat nur verarmte, i.d.R. obdachlose und alkoholisierte Gelegenheitsprostituierte aus dem East End getötet.
Allerdings ist man sich - was bei Serienmördern öfter vorkommt - über die Zahl seiner Opfer nicht ganz einig.
Wir wissen daher nicht, ob er einen Hass gegen Frauen im allgemeinen hatte, oder ob sich seine Aggression nur auf "gefallene" Frauen bezog.
Es könnte sein, dass er nur Prostituierte hasste - vielleicht weil er sie für "unmoralisch" hielt, oder weil er sich bei ihnen einen Krankheit geholt hatte. Es könnte aber auch sein, dass er sie nur deshalb als "Stellvertreterinnen" für alle Frauen tötete und ausweidete, weil Prostituierte von Straßenstrich leichtere Opfer sind.
Das mit dem Motiv ist immer so ein Problem bei Serienmördern, die man nicht erwischt hat, da männliche Serientäter ja i.d.R. ihnen fremde Personen töten, die ihnen nie persönlich irgendetwas getan haben. Angesichts der exzessiven Angriffe auf den Unterleib geht man bei JTR von einem Sexualmörder aus, einem Triebtäter, den es sexuell erregte, diese Frauen zu töten und ihren Unterleib auszuweiden.


MfG, Arthur Dent




Offline Cannon

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Re: Die Tatverdächtigen
« Antwort #27 am: 26.02.2017 20:01 Uhr »
Ich freue mich sehr über den warmen Empfang! Danke!
Lestrade und Arthur, Ihr werdet ja verstanden haben, auf was ich hinaus wollte. Auf den „Übersättigungseffekt“. Mir gingen und gehen mehrere Szenarien durch den Kopf, warum für die Morde vielleicht doch kein Butcher in Frage käme. Allerdings, allerdings, der Mörder war ein Wahnsinniger, ich glaube, das ist hier im Forum auch Konsens, und wer kann schon die Gedanken und Gefühle eines Irren begreifen?. Ich jedenfalls nicht, vermutlich geht das überhaupt nicht.
Ob er nun „kunstvoll“ mit dem Messer umgehen konnte sei dahingestellt. Ich persönlich traue mir nicht zu, mir im Dunkeln etwas von einer Salami abzuschneiden. Der Mörder muss sich im Umgang mit dem Messer schon recht sicher gefühlt haben. Also doch einer, für den der Umgang mit einem scharfen Messer Alltag war?
Sicher waren die Opfer für ihn keine schwierige Beute, die armen Frauen brauchten das Geld und hatten keine andere Möglichkeit, etwas zu verdienen. Nutten haben oft Angst, wenn sie mit jemanden mitgehen, dennoch tun sie es meistens. Und wenn eine Nutte dann auch noch so bitterarm ist, wie die Opfer es waren, dann tun sie es noch eher. Und wer mit einem versoffenen stinkenden Arbeiter in eine Ecke geht, der …...... ich meine, die Frauen (und überhaupt die ganze Umgebung) werden ihn nicht als mörderisch gefährlich betrachtet haben. Ich muss manchmal an den Hamburger Nuttenmörder Honka denken. Niemand hat diesen hässlichen, kleinen Mann als Mörder angesehen. Der Mann sah aus wie ein Haufen Unglück, nichts weiter. Seine Opfer waren ähnliche Frauen, wie die Opfer von Jack The Ripper. Prostituierte, denen es ganz schlecht ging, die unattraktiv und billig zu haben waren.
Sincerely - „Cannon“

Offline Arthur Dent 2

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Re: Die Tatverdächtigen
« Antwort #28 am: 26.02.2017 22:31 Uhr »
Hi Cannon!


Zitat
ich meine, die Frauen (und überhaupt die ganze Umgebung) werden ihn nicht als mörderisch gefährlich betrachtet haben.

Nun, das ist wohl anzunehmen: Warum hätten sich die späteren Opfer sonst auf ihn eingelassen, nachdem die ersten Morde längst große Angst unter den Prostituierten erzeugt hatten?
JTR muss zumindest so alltäglich und "harmlos" für East End Verhältnisse gewirkt haben, dass auch eine gesteigerte Vorsicht seiner Opfer bei ihnen nicht die Alarmglocken schrillen ließ.
Vielleicht kannten sie ihn gar vom Sehen, weil er sich öfter in ihrem Umfeld aufhielt und eher einen schüchternen und verletzlichen Eindruck machte.


MfG, Arthur Dent

Offline Lestrade

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Re: Die Tatverdächtigen
« Antwort #29 am: 26.02.2017 22:45 Uhr »
Guten Abend, Cannon!

Ich würde mich ganz allgemein niemals darauf festlegen, dass der Ripper ein Butcher gewesen war. Seine Fantasien beinhalteten als eines ihrer Ziele das Entfernen der Innereien von Frauen. Um an sie heranzukommen, erforderte es eines ganz bestimmten Werkzeuges, nämlich das eines Messers. Wieviel Übung er dazu vorher brauchte, das kann wohl niemand sagen und mag von den Begleitumständen ganz individuell abhängig sein. Selbst wenn er derartige Beschäftigungen suchte, heißt das noch lange nicht, dass er diese auch fand und wenn doch, können diese auch nur von kurzer Dauer gewesen sein. Was ich allerdings glaube ist, dass er paranoid war und deshalb, um auf alles vorbereitet zu sein, stets ein Messer bei sich trug. Ich kannte mal jemanden, mit einer psychischen Erkrankung, der überall Messer versteckt hatte, in der Wohnung, im Auto an sich selbst. Mehrere Schlösser an der Wohnungstür waren auch vorhanden. Diese Person war irgendwie dauertraumatisiert und sie hatte für sein Verhalten erst einmal allen Grund dazu, eben so zu handeln. Der Ripper hatte sicherlich einige traumatisierende Erlebnisse in seinem Leben hinter sich und das Messer bedeutete sicherlich auch eine Art Schutz für ihn. Die Angst, dass sich das Erlebte wiederholen könnte, wäre nur allzu verständlich. Nehmen wir an, dass Millwood, Smith und Tabram zu seinen ersten Opfern zählte, dann wäre es auch möglich, dass er sein Handwerk erst dabei war zu lernen. In dieser Abfolge, muss er kein Butcher oder Butchergehilfe gewesen sein. Aber man muss es eben auch auf dem Schirm haben, dass dem so gewesen war. Tatverdächtige ohne diese Erfahrung, sollte man deshalb niemals aussortieren.

Lestrade.
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