Autor Thema: Was spricht gegen Tumblety  (Gelesen 20067 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Offline Lestrade

  • Superintendent
  • *****
  • Beiträge: 2824
  • Karma: +13/-1
  • Watson, fahr schon mal die Kutsche vor...
Re: Was spricht gegen Tumblety
« Antwort #30 am: 07.06.2010 18:28 Uhr »
Also mir reichen meine Tumbletys... Deswegen befasse ich mich nicht weiter mit ihm... Auf der Startseite unseres Forums (ich habe eben mal geschmuhlt) sieht es aber weniger nach blabla aus Kurt. Littlechild hat nicht den vollständigen Namen genannt? Hier muss sich doch irgendwo ein Tumblety- Experte finden...

Wer geriet überhaupt in 1888 in Verdacht, von dem wir etwas wissen könnten?

Ich meine die hier:

Montague John Druitt (Medizinstudium?)
“Kosminski“ (Pole/jüdisch)
Michael Ostrog (Wahnsinniger)
John Pizer (Boot Finisher, Leather Apron ?! 10. September 1888)
Joseph Isenschmid (Butcher, 11. September 1888)
Joseph Denny (28. Dezember 1888)
Joseph Isaacs (Cigar Maker, ziemlich genau mit Aaron Cohen in Gewahrsam)

Vielleicht er:

Francis Tumblety (“Doktor“)???

Die vielleicht?

Dr. Morgan Davies (Arzt, verdächtigte sich gegenseitig mit Donston)
Hyam Hyams (Wahnsinniger, 29. Dezember 1888)
Robert Donston Stephenson (Feldarzt, Ritual, verdächtigte sich gegenseitig mit Davies)

Und den spinn ich mal dazu:

William Adam Cullen (Seemann, verrückt, 30.November 1888 und 07.Dezember 1888 ins Workhouse, siehe Aaron Cohen)

Fällt dir noch wer ein?
Wer wartet mit Besonnenheit, der wird belohnt zur rechten Zeit...

KvN

  • Gast
Re: Was spricht gegen Tumblety
« Antwort #31 am: 07.06.2010 22:17 Uhr »
Irgendwie habe ich da was nicht mitbekommen...Wo kann ich genauere Info´s über Cullen finden, scheint ja hochinteressant!?

Grüße

Offline Lestrade

  • Superintendent
  • *****
  • Beiträge: 2824
  • Karma: +13/-1
  • Watson, fahr schon mal die Kutsche vor...
Re: Was spricht gegen Tumblety
« Antwort #32 am: 07.06.2010 23:22 Uhr »
Kurt! Daran sehe ich mal wieder, wie aufmerksam du meine Posting liest.  :icon_rolleyes:

Gehe doch mal in den Thread des "Verdächtigen", den ich so sehr in mein Visier genommen habe. Den Namen nenne ich jetzt mal nicht. Darin findest du dann Cullen. Einen Bestandteil meiner bescheidenen Theorie. Vollkommen uninteressant...

Zur Polizei:

Wußtest du, das sich James Monro mit Charles Warren im August 1888 überworfen hatte? Es ging um die Unabhängigkeit der CID und einer Anstellung für Macnaughten. Warren schmiss ja nach Kelly. Inspector Walter Andrews aus ihren Reihen, wurde im Dezember 1888 nach New York geschickt. Könnte um Tumblety gegangen sein, der sich ja klammheimlich aus London verdrückt hatte. Littlechild könnte durchaus davon gewußt haben, auch wenn sich vielleicht Andrews aus anderen Gründen mit Mr.T. beschäftigen musste, als Littlechild es selber tat. Die Situation bei der Polizei war damals sicherlich nicht die beste, chaotisch halt. So wäre es möglich, in diesem ganzen Chaos, das Tumblety durchaus mit den Whitechapel Ereignissen in irgendeine Verbindung gebracht wurde, genauso aber könnte es um Littlechild´s eigentliche Aufgabe gegangen sein. Vielleicht vermischte sich hier einiges. Bei der Aufstellung der Polizei damals, wäre das kein Wunder. Der Ripper war er nicht, das dürfte klar sein.

Grüße.
Wer wartet mit Besonnenheit, der wird belohnt zur rechten Zeit...

Offline panopticon

  • Superintendent
  • *****
  • Beiträge: 415
  • Karma: +2/-0
Re: Was spricht gegen Tumblety
« Antwort #33 am: 08.06.2010 00:42 Uhr »
Hi.

War zwar nicht an mich gerichtet, aber:

Wer geriet überhaupt in 1888 in Verdacht, von dem wir etwas wissen könnten? (...) Fällt dir noch wer ein?

Ja. Noch einige. Sowohl namentlich genannte, als auch anonyme Personen. 1888 und später. Die poste ich aber sicher nicht zum Thema ´Tumblety´!  :icon_aetsch:
Wenn Du meine Postings immer aufmerksam gelesen hast, müssten Dir eigentlich zumindest einige davon auch wieder einfallen...  :icon_mrgreen:  :icon_wink:
Andere wiederum fand ich auch per Suchfunktion bisher noch nicht im Forum, aber von den heute noch bekannten ´Polizeiverdächtigen´ sind meiner Meinung nach ohnedies fast alle auszuschließen, wenngleich eine Sammlung (soweit möglich) vollständigkeitshalber dennoch ganz interessant wäre, da hast Du schon recht!


Grüße,
panopticon

Offline Lestrade

  • Superintendent
  • *****
  • Beiträge: 2824
  • Karma: +13/-1
  • Watson, fahr schon mal die Kutsche vor...
Re: Was spricht gegen Tumblety
« Antwort #34 am: 08.06.2010 07:07 Uhr »
Guten Morgen panopticon!

Wenn Du meine Postings immer aufmerksam gelesen hast

Habe ich, habe ich... Ich saug sie quasi immer auf, mit jeder Faser...

Wollte Kurt mal auf die Probe stellen aber er reagierte nur auf Cullen, was aber wohl wieder für ihn spricht, denn die anderen kannte er oder er konnte sie zumindest finden... Wollte es auf 1888 beschränken... Ja, so eine Liste wäre schon gut...

Also gegen Tumblety spricht eine Menge als Täter, das dürfen wir wohl beruhigt feststellen... als Verdächtiger wohl auch... was den Ripper Fall angeht... waren wohl eher seine anderen Aktivitäten...

Ich grüße dich,

Lestrade.
Wer wartet mit Besonnenheit, der wird belohnt zur rechten Zeit...

KvN

  • Gast
Re: Was spricht gegen Tumblety
« Antwort #35 am: 08.06.2010 07:51 Uhr »
Ha! Ich bin durchschaut! Ich fange mit Ostrog, Pizer und Co. doch tatsächlich was an...Und natürlich hab ich die Cullen Anmerkungen im Cohen Thread - den ich aufmerksam verfolgt hab - gelesen, dachte nur es gibt vielleicht weitere Infos...
Bin übrigens grade dabei den Ripper mit anderen Serienmördern zu vergleichen, v.a. angeregt durch die Tatort/Signatur Diskussion...Mein Ripperbild wackelt schon wieder ordentlich.

Grüße

Offline Lestrade

  • Superintendent
  • *****
  • Beiträge: 2824
  • Karma: +13/-1
  • Watson, fahr schon mal die Kutsche vor...
Re: Was spricht gegen Tumblety
« Antwort #36 am: 08.06.2010 08:03 Uhr »
Große Klasse Kurt! Das hinterläßt mächtig Eindruck bei mir.

Ein rundes Bild habe ich auch noch nicht von ihm. Es ist sehr grob. Meine neusten Gedanken:

Er war hinterhältig, gehäßig und schnüffelte überall herum... Inspiriert u.a. von dem Film, den ich hier kürzlich erwähnte. "Abberline" spielt da mit. Da gab es in der Lambeth Anstalt einen Gehilfen des Oberprofessors, Teile dessen Charakters, hätten gut zum Alltagsleben des Rippers gepasst.   
Wer wartet mit Besonnenheit, der wird belohnt zur rechten Zeit...

KvN

  • Gast
Re: Was spricht gegen Tumblety
« Antwort #37 am: 08.06.2010 08:09 Uhr »
Vor allem fällt mir auf dass Mörder, die eine ähnliche Signatur hatten, vor allem in Bezug auf die p.m. Verstümmelungen (Gein, Kroll...), eines gemeinsam haben: Sie waren dumm wie Bohnenstroh...
Aber ich bin erst am Anfang meiner "profiler" Karriere  :icon_mrgreen:
Mehr dazu in einem eigenen Faden, hat ja mit T. nix mehr zu tun!

Grüße

Offline Lestrade

  • Superintendent
  • *****
  • Beiträge: 2824
  • Karma: +13/-1
  • Watson, fahr schon mal die Kutsche vor...
Re: Was spricht gegen Tumblety
« Antwort #38 am: 08.06.2010 09:16 Uhr »
Dann zieh mal die Fäden...
Wer wartet mit Besonnenheit, der wird belohnt zur rechten Zeit...

Mort

  • Gast
Re: Was spricht gegen Tumblety
« Antwort #39 am: 11.07.2011 23:54 Uhr »
Ist es absolut sicher dass Tumblety am Mordtag von MJK in Haft saß? Ist dies 100% belegbar? Gegen ihn sprechen von meiner Sicht ansonsten eventuell (ja ich weiss da widerspricht mir nahezu jeder Profiler) seine Homosexualität und sein auffälliges Aussehen. Beim Aussehen kann nachgeholfen werden, was sich auch gleich widerrum auf das Alter auswirken würde.  Zudem war er ja mal verheiratet. Könnte es vielleicht sein dass er eventuell auch bisexuell war? Würde ihn dies wieder eher als Tatverdächtigen in Betracht kommen lassen?

Offline Lestrade

  • Superintendent
  • *****
  • Beiträge: 2824
  • Karma: +13/-1
  • Watson, fahr schon mal die Kutsche vor...
Re: Was spricht gegen Tumblety
« Antwort #40 am: 12.07.2011 11:45 Uhr »
Hallo Mort!

Sicher nachweisen konnte das bisher, meiner Meinung nach, niemand. Tumblety wurde am 07. November 1888 in Gewahrsam genommen. Aus den Unterlagen vom 10.Dezember 1888 eines Kalenders vom Central Criminal Court geht das hervor. Es wird spekuliert, ob die Möglichkeit bestand, nach dieser Verhaftung mit einer Bürgschaft (welcher Art auch immer) schnell wieder auf freien Fuss zu kommen. Vielleicht mit der Bedingung sich sieben Tage später wieder zu melden. Vorgeworfen wurden ihm zuerst ,unter anderen, die homosexuellen Akte mit John Doughty (27. Juli 1888), Arthur Brice (31. August 1888, der Todestag von Nichols), Albert Fisher (14. Oktober 1888) und James Crowley (02. November 1888). Kann sein, dass es nicht immer ganz gewaltfrei dabei zuging. Am 14. November 1888 (was ja auch passen würde mit den sieben Tagen) kam der Haftbefehl wegen den Whitechapel- Morden. Am 16. November 1888 war er wieder auf freiem Fuss. Tumblety bemerkte dann später in einem Interview in den USA selbst, er wäre nur 2-3 Tage in Gewahrsam gewesen. Meiner Meinung nach passt das gut zu den 14-16 November 1888. Ich würde fast annehmen wollen, das Tumblety am 09.November 1888 auf freien Fuss war als Kelly zu Tode kam. Warum auch sonst, sollte man einen Haftbefehl ausstellen, wenn man wußte, dass der Verdächtige im Knast saß, während das letzte Opfer (Kelly) ermordet wurde? Oder wollte man ihm nur Nichols bis Eddowes anhängen? Glaube ich kaum. Tumblety behauptete ja selbst observiert worden zu sein. Wann, wie lange und so weiter wissen wir nicht. Tumblety war in den USA und in England kein Unbekannter. Beide Länder hatten Interesse an diesem Mann, er hatte mit Sicherheit Dreck am Stecken. Von ihm ging Gefahr aus. Ich denke, die Polizei hatte ihn auf dem Kieker als parallel die Mordserie ablief. In weiteren Verdacht könnte er im Laufe der Zeit geraten sein, "der Verdächtige könnte Amerikaner gewesen sein" lauteten Verdächtigungen, er wollte Organe kaufen (was natürlich sehr verdächtig war), er hasste Frauen (ich denke eher er war "mehr homosexuell" einzustufen und "weniger Bisexuell") und diesen Mann traue ich auch Ripper- Briefe zu. Er könnte zu den Menschen gehört haben, die sich gefreut haben, was den Prostituierten im East End gerade widerfuhr. Er selbst hatte oder hätte Gründe gehabt sich zu entlasten, da war der Tag von Nichols Ermordung als er wegen und mit Arthur Price aufgefallen war und wenn er tatsächlich an Kelly´s Todestag gesessen hat, wäre er jemand gewesen (denn dumm war er nicht), der dies erwähnt hätte. Tat er meines Wissens nicht und daher könnte er tatsächlich auf freiem Fuss gewesen sein am 09.November 1888. Die Serie mit seinen Tagesdaten verfolgte Tumblety nicht würde ich meinen. Ihn interessierte nur das so etwas passierte.
Entweder suchte die Polizei einen Grund Tumblety entwaige Aktivitäten (die anderer Natur gewesen sein dürften) zu stoppen oder sie sahen tatsächlich einen möglichen Zusammenhang zu den Taten des Rippers (ohne ihn für den aktiven Ripper zu halten). Oder beides. Es könnte eher ein politisches Spiel gewesen sein. Warum hätten die Polizei auch einen Ripper Verdächtigen wie Tumblety so schnell entlassen sollen? Warum hätten sie zulassen sollen, dass er erst nach Frankreich und dann in die USA fliehen kann? Natürlich haben sie ihn bis in die USA verfolgt aber tatsächlich wegen den Ripper- Morden? Nach dem 16. November haben sie ihn aus den Augen gelassen, weil sie meiner Meinung dachten, jetzt ist ersteinmal Ruhe um Tumblety. Dass er abhaut, damit haben sie wohl nicht gerechnet. Tumblety konnte mit den Ripper- Verdächtigungen, von vielen anderen Dingen ablenken. Er wußte ja, dass er diese Taten nicht begangen hatte.

Lestrade.
Wer wartet mit Besonnenheit, der wird belohnt zur rechten Zeit...

Mort

  • Gast
Re: Was spricht gegen Tumblety
« Antwort #41 am: 12.07.2011 22:19 Uhr »
Hallo Lestrade,

danke für Deinen Post. Das grösste Problem mit Tumblety habe ich damit, dass er von seiner ganzen Art nicht meiner Vorstellung von JTR entspricht. Jemand der sich so in Szene setzt, dieses ganze Getue. So stell ich mir den Ripper nicht vor. Ich halte ihn eher für einen unauffälligen Typ. Ihn etwas näher betrachtet habe ich anhand einer Doku und habe auf Casebook einen Post gefunden bei dem behauptet wird dass er in der Mordnacht MJK auf freiem Fuß war. Jedenfalls danke mal für die "Info".

@alle:  Nicht krumm nehmen wenn ich mal längere Zeit nicht antworten soll. Hab grad sehr sehr wenig Zeit und weiss auch nicht wie es weitergeht.
Ich hoffe ich kann ab und zu mal reinschauen.

Grüsse

Mort

Offline Anirahtak

  • Superintendent
  • *****
  • Beiträge: 243
  • Karma: +0/-0
Re: Was spricht gegen Tumblety
« Antwort #42 am: 13.07.2011 00:58 Uhr »
Hallo,

@ Mort

Exakt dieses Problem habe ich mit Tumblety als Täter ebenfalls. Scheint ein recht exzentrischer und extrovertierter Freak gewesen zu sein, der auch im Alltag auffiel. Also genau das Gegenteil von meinem Bild des Rippers.

Offline Lestrade

  • Superintendent
  • *****
  • Beiträge: 2824
  • Karma: +13/-1
  • Watson, fahr schon mal die Kutsche vor...
Re: Was spricht gegen Tumblety
« Antwort #43 am: 13.07.2011 17:47 Uhr »
Hallo Mort!

Jemand der sich so in Szene setzt, dieses ganze Getue.


Wie wahr...

Sorgen müssen wir uns um dich aber nicht machen oder?

Liebe Grüße,

Lestrade.
Wer wartet mit Besonnenheit, der wird belohnt zur rechten Zeit...