Autor Thema: Kriminalfälle, die Geschichte machten!  (Gelesen 673 mal)

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Offline Lestrade

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Kriminalfälle, die Geschichte machten!
« am: 22.09.2017 10:11 Uhr »
Kleiner Tipp:

Jack the Ripper - Der Mythos des Serienmörders, morgen, den 23.09. 2017 auf ARTE. Thomas Schachner kommt auch zu Wort.

http://programm.ard.de/?sendung=28724307408920&first=1

Viel Spaß,

Lestrade.
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Offline esm

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Re: Kriminalfälle, die Geschichte machten!
« Antwort #1 am: 26.09.2017 16:45 Uhr »
Ich kenn diese "Kriminalfälle"-Serie von arte nicht, aber dieser Beitrag zu jtr ist gelungen.
Kommt angenehm unaufgeregt daher und in Anbetracht der Kürze des Beitrages werden auch recht viele Facetten angeschnitten.

Daumen hoch für arte!

Offline Lestrade

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Re: Kriminalfälle, die Geschichte machten!
« Antwort #2 am: 27.09.2017 14:54 Uhr »
Hallo esm!

Ich kannte die Serie bis dato auch nicht aber mir gefiel diese kurze Doku ebenfalls sehr gut. Gerade im Bezug zum Titel, “Kriminalfälle die Geschichte machten“. Wie Du treffend formulierst “angenehm unaufgeregt“. Von der nachfolgenden Sendung mit Fritze Haarmann bekam ich nur ein paar Minuten stückchenweise mit, da mir die Zeit fehlte. Hätte ich gerne einmal verglichen. Ich fand einfach gut, wie man auf das damalige Leben und auch auf dem noch heute bestehenden Interesse einging, indem man auf die Darstellung der Ripperologie verwies, dem Merchandise und die Vermarktung des Themas allgemein. So kann man es auch machen. Kleine Fehler, wie das Eddowes Stunden nach Stride ermordet wurde, das nicht allein Whitechapel betroffen war, kann man dabei vernachlässigen und muss nicht kleinlich werden. Ich habe sie mir auch aufgenommen und werde sie alsbald noch einmal schauen. Leider blieb Jack the Ripper sehr “ungesehen“, hier hätte man auch auf Zeugen verweisen können, sowie auch weitere Polizeiarbeit bzw. auf die bekannten Beamten außer, dass über 80 Personen verhaftet und wieder freigelassen wurden. Die Cornwell zeigt man im Bezug zu Sickert, Russel Edwards aber ohne seinen Bezug. Hutchinsons Astrachan Man zeigt man, schließt ihn aber aus, in seinem Aufzug durch das East End marschiert zu sein. Das die feinen Herrschaften das so gut wie kaum taten, sollte schon klar sein aber es gab auch dort Menschen, die etwas besser situiert waren, aus welchen Gründen auch immer. Von Boxern aus dieser Zeit ist bekannt, dass sie, dort lebend, durchaus wie die Zuhälter auf den Straßen spazierten. Aber für den Zeitrahmen fand ich es insgesamt wirklich gut. Bei Thomas Schachner fragt man sich natürlich, warum er hier ist und nicht in Hollywood. Ich fand es toll, wie er meinte, dass die Ripperologen den Fall überhaupt nicht gelöst haben wollen, weil sie sich dann fragen müssten: Was machen wir dann?

Wir hatten am Sonntag noch Freunde zu Besuch, die kürzlich in London ihre eigene Ripper Tour gemacht haben. Einige Fragen kamen auf, die sie nun noch einmal in der Doku beantwortet bekommen werden, welche sie ebenfalls aufgenommen haben.

Lestrade.   



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Offline Cannon

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Re: Kriminalfälle, die Geschichte machten!
« Antwort #3 am: 29.09.2017 21:50 Uhr »
Guten Abend!
In vielen Dokus, die man bei „YouTube“ sehen kann, wird versucht, einen Täter zu präsentieren, wobei oft eine Art Tunnelblick Regie führt. Die kurze Doku auf ARTE fand ich deshalb gelungen, auch wenn einiges ausgespart wurde.
Überrascht war ich, mit wie viel Selbstverständlichkeit von Martha Tabram als Opfer Jack The Rippers gesprochen wurde! Ist sich darüber die Ripperologie (so gut wie) einig?
Müssen wir fortan von den „K6“ sprechen?

Liebe Grüsse, der dicke Cannon

Offline Arthur Dent 2

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Re: Kriminalfälle, die Geschichte machten!
« Antwort #4 am: 30.09.2017 13:09 Uhr »
Hallo Cannon!


Ich fand die Doku auch sehr gut, um Interesse an dem Fall zu wecken, ohne den Zuschauern gleich einen "heißen Kandidaten" aufdrücken zu wollen.

Was Martha Tabram angeht, so denke ich, es wird wohl so lange keine Einigkeit über die genaue Zahl von JTRs Opfern herrschen, bis neue eindeutige Beweismittel dazu auftauchen - also vermutlich nie.
Für die einen ist Tabram ein früher Mord von JTR, für andere zählen wegen gewisser Unterschiede Stride oder Kelly nicht dazu - und es gibt hierfür, je nach Sichtweise, mehr oder weniger überzeugende Argumente dafür oder dagegen.
Aber das ist ja nicht selten bei Serienmördern, dass über die genaue Anzahl ihrer Opfer Unklarheit herrscht, insbesondere wenn sie nicht identifiziert und überführt werden konnten.
Schließlich lernen auch Serienmörder aus ihren Taten und entwickeln ihre Vorgehensweise weiter, entdecken vielleicht auch während der ersten Taten langsam erst, was ihnen für die Befriedigung ihrer Triebe besonders wichtig ist - und selbstverständlich ist auch jede Tat allein schon wegen der Unterschiede der Randbedingungen anders. Insbesondere die ersten Morde, die ersten "Gehversuche", unterscheiden sich daher oft von den späteren Taten.

Für mich erscheint es jedenfalls plausibel, dass Tabram ein frühes Opfer von JTR war: Das Opferprofil passt auf sie, ebenso die Umstände der Tat wie Tatzeit, der von extremem Gefühlen zeugende exzessive Angriff mit einem Messer vor allem auf Hals und Unterleib, der Tatort (öffentlich zugängliches Treppenhaus, wo Prostituierte sich mit Freiern zurückzogen) im Zentrum von JTRs späteren Aktivitäten, ihre Auffindesituation...
Wahrscheinlich gab es auch schon früher gewalttätige Übergriffe von JTR auf Frauen, die jedoch noch nicht mit Mord endeten.
 
Als mögliche späte Opfer von JTR sehen einige Ripperologen außerdem noch Alice McKenzie (1889) und Frances Coles (1891) an - was ich persönlich zwar für denkbar halte, aber nicht so wahrscheinlich wie Tabram.


MfG, Arthur Dent

Offline Cannon

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Re: Kriminalfälle, die Geschichte machten!
« Antwort #5 am: 01.10.2017 16:56 Uhr »
Danke Arthur!

Die Diskussionen um eventuelle frühere und spätere Opfer – außer den K5 – verfolge ich hier im Forum seit einiger Zeit. Darüber steht auch in Büchern einiges.
Ich stimme mit Dir überein, ohne großes Glück (Auffinden von Dokumenten) wird es sich wohl nie klären lassen, ob es andere Morde gab, die man JTR zuschreiben kann. Selbst die K5 sind nicht 100% das letzte Wort.  EBEN DESHALB wunderte es mich, wie selbstverständlich in dieser Doku der Mord an Tabram als JTR Mord gewertet wurde.
Wenn ein Interessierter sich diese Doku anschaut und ansonsten noch nichts über dieses Thema weiß, muss er zwangsläufig von 6 Morden ausgehen.  Ich weiß nicht, vielleicht geht „der harte Kern“ der Ripperforscher eindeutig davon aus, dass Tabram ein Ripperopfer war?
Der Thomas Schachner hat schon Recht, was machen wir ohne ihn,
wenn seine Identität d o c h geklärt werden kann??? Haha