Autor Thema: Dr. Lyttleton Forbes Winslow  (Gelesen 300 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Offline Stordfield

  • Inspector, H Division
  • ***
  • Beiträge: 53
  • Karma: +0/-0
Dr. Lyttleton Forbes Winslow
« am: 01.03.2017 19:16 Uhr »
Hallo!

Dr. Lyttleton Forbes Winslow wurde am 31. Januar 1844 geboren und arbeitete am Rugby und Downing College, Cambridge. Er wuchs im privaten Asylbesitz seines Vater Forbes Benignus Winslow auf. Später trat er der Praxis bei und übernahm nach dem Tod des Vaters den Betrieb. Doch nach einer Familienfehde wurde er des Amtes enthoben. Nun hatte er Zeit, sich ganz dem Fall JtR und dessen Entlarvung zu widmen. Dabei versuchte er  sich  in den Methoden von Sherlock Holmes. Bald behauptete er, den Täter zu kennen und ihn verhaften zu können, würde man ihm 6 Constables zur Verfügung stellen. Sein Verdächtiger war G. Wentworth Smith, ein Kanadier, der nach London gekommen war, um für die Toronto Trust Society zu arbeiten und bei Mr und Mrs. Callaghan in der 27 Sun Street, Finsbury Square untergebracht war. Smith erregte den Verdacht seines Vermieters, als er sagte, dass alle Prostituierten ertrinken sollten. Mr. Callaghan berichtete weiter, Smith würde andauernd vor sich hin sprechen und stöhnen. Außerdem hätte er drei geladene Revolver in einer Schublade versteckt. Callaghan teilte seinen Verdacht Winslow mit, woraufhin dieser die Polizei kontaktierte. Die Beamten untersuchten die Angaben, fanden aber keine Bestätigung dafür. Das hielt Winslow nicht auf, unermüdlich verkündete er bei jeder Gelegenheit seine Theorien. Schließlich verstieg er sich zu der Behauptung, dass seine Bemühungen den Mörder dazu veranlaßt hätten, aus dem Land zu verschwinden. Winslow selbst erzählt, wie er Tag für Tag und Nacht für Nacht in den Whitechapel-Slums verbracht hat: "Die Detectives kannten mich, die Hauswirtschaftsleute kannten mich und auch die armen Kreaturen der Straße kannten mich schließlich. In ihrem Schrecken bestürmten sie mich mit jedem Schrot von Informationen. Die entsetzten Frauen suchten Hoffnung in meiner Gegenwart. Bei mir fühlten sie sich beruhigt und sie erzählten mir alles, was ich wissen wollte."
Winslow, durch seine Beharrlichkeit und seine ständige Projektion von sich selbst in die Ripper-Geschichte, veranlaßte die Polizei, ihn kurz zu verdächtigen und seine Bewegungen zur Zeit der Ripper-Morde zu überprüfen.
Winslow, ein Experte für Angelegenheiten der legalen Vernunft, schrieb das Handbuch "Attendants On The Insane", und gründete auch das britische Krankenhaus für psychische Störungen in London. In seinen Memoiren schrieb er: "Ich habe die Atmosphäre des Wahnsinns für einen Zeitraum von über sechzig Jahren geatmet."                                                                                                             

Er starb am 8. Juni 1913.

Ein Mann, Beachtung heischend, mitten durch das Jagdrevier von JtR schleichend und beruflich mit den Abgründen der menschlichen Psyche befaßt...

Gruß Stordfield

Du kannst fliehen, wohin Du willst; Du nimmst Dich immer mit.