Autor Thema: Verborgene Akten?  (Gelesen 2812 mal)

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Offline Lestrade

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Re: Verborgene Akten?
« Antwort #15 am: 26.06.2017 21:46 Uhr »
Hier ein Zitat aus meinem eigenen Post:

In der Zentralkartei für Mordsachen und Lehrmittelsammlung befindet sich eine Akte (Nr. 1749), in der es um eine Reihe von Delikten geht (Aufschlitzen des Unterleibes), die zwischen dem 18. März 1890 und dem 21. Februar 1891 in Küstrin und Umgebung begangen wurden.

Opfer waren sechs Prostituierte, u.a. eine Frau Nitsche (als einzige Tote), der Vorname ist hier nicht angegeben. Als Hauptverdächtiger galt ein gewisser Fritz Sturzebecher, dem die Taten jedoch nicht nachgewiesen werden konnten. Der Ausgang der Ermittlungen ist aus den Unterlagen nicht zu ersehen. Die Akte enthält u.a. Berichte, Signalements und Schriftwechsel zwischen den Behörden. Man hatte den bekannten Berliner Kommissar Ernst Gennat hinzugezogen. Nach Durchsicht der Akte konnte ich keine Hinweise auf einen Kontakt mit Behörden in London finden. Die eigentlichen Ermittlungsakten befanden sich also in Küstrin. Ob sich dort Unterlagen erhalten haben ist zweifelhaft.

Der erwähnte Kommissar Ernst Gennat wurde erst 1880 geboren! Das fiel mir eben erst durch Zufall auf. Man muss wohl davon ausgehen, dass er erst frühestens ab 1905 zu dem Nitsche Fall hinzugezogen wurde. 17 bzw. 15 Jahre nach den Ripper- bzw. Nitsche Mord(en). Ernst Gennat hatte eine Traumquote als Ermittler und ist ganz sicherlich als Größe zu betrachten. Möglich, dass seine Erfolge überall wahrgenommen wurden und er zur Hilfe gerufen wurde, was alte, ungelöste Fälle betraf. Jemand wie er, war sicherlich gerade auch an Mordverbrechen nicht nur im Inland interessiert. Eine Kommunikation aus vergangener Zeit mit der Londoner Polizei, wäre für ihn wahrscheinlich, beim Durchsehen des Nitsche- Falles, von großer Bedeutung gewesen. Egal wie das hier noch ausgeht, es wäre ja möglich, dass Dinge aus seinem Nachlass, wenn denn heute noch irgendwie vorhanden, genau diese Kommunikation enthalten könnte. Der Faden ist natürlich weit gesponnen doch wir wissen ja nicht, wer wen und was noch so kennt. Deswegen will ich das hier mal so notieren.
Wer wartet mit Besonnenheit, der wird belohnt zur rechten Zeit...