Autor Thema: Jacob Levy  (Gelesen 92996 mal)

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MrsPeel

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Jacob Levy
« am: 15.05.2008 12:01 Uhr »
Hiiiiyurrrrp,
da ich gerade etwas Zeit habe, kam ich mal wieder dazu in dem Casebook zu stöbern und da lachte mich ein Name an, den ich hier noch nicht vorgefunden habe, nämlich Jacob Levy.
Da ich aber nicht genau weiß, ob Levy (falls überhaupt Interesse besteht) schon einmal Gegenstand einer Diskussion war, stelle ich ihn mal vor und auch den Grund weshalb auch er einen Platz unter den Verdächtigen erhalten sollte.
Ich werde aber auch alles aufzählen, was meiner Meinung nach, gegen ihn sprechen könnte.
(Achtung: Ich versuche mal aus dem Casebook zu übersetzen und zusammenzufassen:)
Voila...
Jacob Levy wurde 1856 als Sohn von Joseph und Caroline Levy geboren.
Beide (die Eltern) sind Besitzer einer Metzgerei in der Middlesex Street 111. Im Census von 1881 wird ein Jacob Levy aufgeführt, der mit seiner Frau und 2 Kindern in Fielgate Street 11, Whitechapel wohnhaft ist. Sein Beruf wird als Metzger (Butcher by Trade) angegeben.
Am 15. August 1890 wurde Jacob Levy als Geisteskranker, in die Nervenheilanstalt Stone in Kent, eingewiesen.  Als Beruf wurde weiterhin Metzger angegeben und als Diagnose "Manie", an der er schon "seit längerem litt" .  Desweiteren soll schon seit älterer Bruder geisteskrank gewesen sein.
Jacob Levy wurde als 5,3 gross, mit guter körperlicher Gesundheit und als 9 stone 3 pounds schwer, eingetragen.
Seine weitere Vorgeschichte sagt aus, dass er schon 1886 für 12 Monate wegen einer Geisteskrankheit in dem Essex County Asylum in Behandlung gewesen sei.
Desweiteren heißt es, dass seine Frau, während er Stone war (also 1890!) geäussert habe: Er habe beinahe ihr Geschäft ruiniert. Er habe auch befürchte jemanden etwas anzutun. Er höre Geräusche und Stimmen, die ihm befehlen und ihn dazu zwingen Taten zu begehen, die er nicht mit seinem Gewissen vereinbaren kann. Desweiteren soll er, früher ein sehr guter/geschickter Geschäftsmann gewesen sein, dass er jedoch Nachts nicht schläft und des weiteren für Stunden ziellos umher wandere.
Am Abend des 29 Juli 1891 verstarb Jacob Levy in der Nervenheilanstalt an General Paralysis of the Insane brought on by the serious sexually transmitted disease syphilis, was auf die Möglichkeit hindeutet, dass er Kontakt zu Prostituierten hatte.
Desweiteren gibt es einen Eintrag beim Central Criminal Court für einen Jacob Levy, der am 10. März 1886 zu einer 12 monatigen Gefängnisstrafe verurteilt wurde. Er habe seinen Meister, einem Hyman Sampson Fleisch gestohlen. Dieser Sampson besaß ein Geschäft in der Goulstone Street 58.
Der Artikel führt weiter das Ereignis am 30. September aus, als Joseph Lawende, Harry Harris und Joseph Hyam Levy gegen 1 Uhr 35 den Imperial Club verliessen und in der Duke Street eine Frau (Catherine Eddows?) und einen Mann stehen sahen.
So und jetzt hoffe ich, dass ich den Artikel richtig übersetzt habe!
Der Verfasser geht davon aus dass Joseph Hyam Levy seinen Nachbarn, Jacob Levy recht gut gekannt haben könnte. Denn der wohnte 1888 in Hutchinson Street 1, welche nur 60 Yards entfernt sei von der Middlesex Street 36, wo Jacob Levy laut Kelly's London Business Directory, eingetragen als Metzger, ein Geschäft besaß. Der Verfasser glaubt auch darin das Motiv dafür zu finden, dass Joseph seinen nachbarn/Freund nicht verpfiffen hat. Beide Juden, beide Fleischer und er (Joseph) wollte nicht die Schuld für eine Verhaftung/Progrom tragen.
Der Verfasser gibt weiterhin einen Artikel aus der The Evening News vom 9.10.1888 an und zitiert:
"Mr Levy is absolutely obstinate and refuses to give the slightest information and he leaves one to infer that he knows something but that he is afraid to be called on the inquest. At the inquest Levy admitted observing a man and a woman at the entrance to Church Passage though he did not take any particular notice of them although he described the man as having been three inches taller than the woman (Eddowes and Jacob Levy stood 5'0" and 5'3" tall respectively) and when pressed under cross examination he denied thinking her appearance as `terrible' and went on to add that he was not exactly afraid for himself".
Autor (Original):  Mark King

So, und jetzt der ganze Link:
http://www.casebook.org/suspects/jacoblevy.html 

Und ich muss jetzt leider kochen. Danach recherchiere ich noch einwenig weiter, lass das Ganze mal sacken und gebe noch meinen Senf dazu.
Jetzt erstmal
Gruss
Mrs Peel
 


     
     

Stordfield

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Re: Jacob Levy
« Antwort #1 am: 15.05.2008 12:38 Uhr »
Hallo !

Immer wieder interessant , ein paar neue Verdächtige präsentiert zu bekommen .
Wer hat denn diesen Mr. Levy als erster " entdeckt " ?

Gruß Stordfield

Offline Isdrasil

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Re: Jacob Levy
« Antwort #2 am: 15.05.2008 12:44 Uhr »
Hi

Diesen Levy fand ich immer sehr interessant. Dankeschön, Mrs. Peel!  :icon_bussi:

Grüße, Isdrasil

Mort

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Re: Jacob Levy
« Antwort #3 am: 15.05.2008 15:20 Uhr »
Ah, mal wieder ein Schlachter. Intersessantes Profil. :icon_thumb:

MrsPeel

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Re: Jacob Levy
« Antwort #4 am: 15.05.2008 18:34 Uhr »
@Isdrasil
 :icon_redface:
@Stordfield:
Das ist eine interessante Frage, wann tauchte Levy das erste mal auf.
Nun, ich kann mich da nur auf das Casebook beziehen und dort wird ein gewisser Robert Sagar, zur Zeit der Ripper Morde Sergeant, als Quelle genannt. Und jetzt beginnen, wie ich das so überblicke auch die Schwierigkeiten.
Die Reynolds News (15 September 1946)  ziziert aus seinen unveröffentlichten Erinnerungen wie folgt:
"We had good reason to suspect a man who worked in Butcher's Row, Aldgate. We watched him carefully. There was no doubt that this man was insane, and after a time his friends thought it advisable to have him removed to a private asylum. After he was removed there were no more Ripper atrocities."

Kommt euch das Bekannt vor?

Es erinnert stark an die Erinnerungen von Robert Swanson und der meinte damit augenscheinlich Kosminski.
Aber... und jetzt sind alle Kosminski Kenner aufgefordert, mir zu wiedersprechen: Kosminski verschwand erst 1891 in einer Nervenheilanstalt, während Levy schon 1890 eingewiesen wurde und auch ein Jahr später starb.
Im Casebook wird deswegen spekuliert, und dem schließe ich mich an, dass Swanson etwas durcheinander gebracht haben könnte. Auch gibt es noch eine kleine, aber pikante Note; Sagar war bei der City Police - Swanson bei der Met und wie wir alle wissen, waren die sich ja nicht ganz grün.
Sagar, der übrigens in jungen Jahren Medizin studiert hat, dass stand irgendwo im Casebook, hat auf einen Metzger/Fleischer getippt.
Und jetzt nehmen wir mal die Aussagen und stellen sie mal nebeneinander:
Kosminski war Barbier aber kein Fleischer.
Kosminski scheint seine Geisteskrankheit sehr offen mit sich herum getragen haben. Als er eingewiesen wurde war stark verwahrlost und tat auch sonst sehr merkwürdige Dinge. Er war ein Einzelgänger, wurde von seiner Familie des öfteren in Obhut genommen, kurz - dass ist meine Meinung - er scheint mir nicht in der Lage zu sein, Kontakte aufzubauen, dann einen sehr blutigen Mord zu begehen und später einfach unterzutauchen.
Zudem schreibt Swanson, dass Kosminski, nach dem er unter Verdacht geriet, Tag und Nacht von der City Police observiert wurde.
Das schreibt auch Sagar, doch der meinte einen Fleischer und auch sonst sind die Swanson/Macnaghten/Anderson Schlussfolgerungen mit einiger Vorsicht zu geniessen.
Macnaghten schreibt, dass Kosminski schon kurz seiner Einlieferung verstarb.
Doch dies geschah mit Levy und zwar fast genau ein Jahr später.
Macnaghten schreibt, dass Kosminkis einer verdächtigen Person ähnelt, die ein Polizist der City Police am Mitre Square gesehen haben will. Doch, wie unser Moderator in seinem Buch zurecht fragt, welcher Polizist sollte das gewesen sein?
Oder verwechselt Macnaghten hier einfach einiges und der Polizist ist  Robert Sagar in dessen Erinnerungen ein Kosminski aber niemals vorkam.
Desweiteren wird von Anderson und Swanson  behauptet das der Ripper von Israel Schwartz und Joseph Lawende identifiziert wurde.
Israel Schwartz ist ein altes Problem und das Trio Joseph Lawende, Harry Harris, Joseph Hyam Levy war äusserst zurückhaltend mit seinen Aussagen.
Deswegen, könnte es also sein, dass Kosminski in Wirklichkeit Jacob Levy ist?
Hier einiges was für eine Täterschaft Levy's spricht:
1. Er ist in Whitechapel geboren, lebte dort und kannte sich dementsprechend gut aus.
2. Er besaß ein Geschäft und ein soziales Umfeld (Frau und Kinder) was mich zu der Annahme verleitet, dass sein Wahnsinn eher im verborgenen gedeihen konnte.
3. Aus oben genannten Gründen könnte es wahrscheinlich sein, dass er in der Lage war schnell Vetrauen mit seinen späteren Opfern herzustellen. Auch ist es nicht bekannt, dass er verwahrlost gewirkt haben könnte.
3. Er war Fleischer und Blut an ihm oder seiner Kleidung war nichts ungewöhnliches.
4. Er besaß ein festes Zuhause wo er sich zurückziehen konnte.

Und was spricht gegen ihn:
Wenn Robert Sagars Erinnerungen sich auf Jacob Levy beziehen, so wäre es interessant zu erfahren, wann die rund um die Uhr Observation begann. Und warum, wenn er nach dem Mord an der Eddows zu den Verdächtigen gehörte, es ihm trotzdem gelang Mary Kelly zu ermorden und dann noch ein Jahr weiter bei seiner Familie zu leben.
(Was die alte Frage, mordete der Ripper doch weiter, wieder aufwirft.)
Anzumerken wäre noch, und dass behauptet das Casebook, dass nach Levys Tod die Akten zum Fall Ripper geschlossen worden wären.
So, dass war es jetzt erstmal.
Viel Spass beim auseinanderpflücken, denn dass bringt uns nur weiter.
 :icon_wink:
Gruss
Mrs Peel       
   


   

JohnEvans

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Re: Jacob Levy
« Antwort #5 am: 15.05.2008 18:59 Uhr »
Hi,

könnte es sein, daß du Kosminksi mit Klosowski (Chapman) verwechselst?

JE

Alexander-JJ

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Re: Jacob Levy
« Antwort #6 am: 15.05.2008 19:22 Uhr »
Ich glaube das bezieht sich die Memoiren von Anderson, auf denen Swanson einen Hinweis hinterlassen hatte das JTR Kosminski hieß. Die Memoiren bezogen sich an dieser Stelle auf Macnaghtens Memorandum. Also insgesamt schon ein eindeutiger Hinweis auf Kosminski, da die drei Polizisten ihn ja unabhängig voneinander und auch zeitlich mit deutlichem Abstand als Ripper nannten. Aber ob damit "unser Verdächtiger" Aaron Kosminski gemeint war?

Nur "Levy" halte ich dann doch für unwahrscheinlich. Wenn die drei hochrangigen Polizisten unabhängig voneinander nicht mal in der Lage sind, zwei Namen auseinanderzuhalten ... oh weia.

Außerdem hatte Levy Familie und ein geregeltes Auskommen. Da fünf Morde zu begehen und Körperteile zu verstecken ohne mal eine dumme Frage vom Eheweib gestellt zu bekommen, ist das doch etwas schwer.


 :)

MrsPeel

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Re: Jacob Levy
« Antwort #7 am: 15.05.2008 19:53 Uhr »
@John Evans:
Nop... ich mein schon Kosminski, da er in den Büchern die ich besitzte von den dreien als Verdächtiger genannt wird.
@Alexander
Naja, sie könnten voneinander abgeschrieben haben, Erinnerungen können sich trüben und was die Ehefrau betrifft... also neulich in Österreich, da...
:icon_eek:
Aber es gibt auch andere Fälle. War da nicht mal so ein Kerl im Ruhrgebiet, der auch was-weiß-ich-wieviele umgebracht hat und seine Frau hat nix bemerkt. Oder der Yorkshire Ripper, der war auch verheiratet. Und ansonsten ist ein geregeltes Einkommen doch prima und da er ein Geschäft besaß, würde das auch die Tatzeiten erklären.
Und was die Körperteile betrifft, also ich will da nicht zu sehr ins Detail gehen, aber die hatten eine Metzgerei oder wenigstens einen Metzgerei-Betrieb und ein Stück mehr oder weniger, dass fällt doch vielleicht gar nicht so.... auf.
 :smiley11: 
Natürlich sehe ich auch ein, dass alles ziemlich dünn ist, aber meiner Meinung nach auch nicht dünner als alle anderen üblichen Verdächtigen. Interessant ist natürlich, dass der Artikel von Mark King über diesen Mr Levy schon 1999 im Ripperlogist erschienen ist und niemand schien darauf anzuspringen.
Stattdessen Gull, D'Onston, Sickert und Konsorten.
 :icon_confused:
Das macht mich auch nachdenklich.
Deswegen mein Aufruf!
Wer weiß mehr?
Wer kann zur Entlastung des Verdächtigen beitragen?
Und wer kapiert die verzwickten Familienverhältnisse der Levys, Kosminskis, Koslowskis und anderer!
 :icon_thumb:
Gruss
Mrs Peel
...das ist alles wieder sehr verwirrend... hätte ich ihn doch bloß nie gefunden... *seufz

Alexander-JJ

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Re: Jacob Levy
« Antwort #8 am: 16.05.2008 12:33 Uhr »
Das Problem ist doch, das es nichts gibt, was Levy belastet. Wie soll man ihn denn da entlasten? Es gibt nur eine Theorie. Aber Theorien kann man um tausende Bewohner des East-Ends stricken.

 ;)

Stordfield

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Re: Jacob Levy
« Antwort #9 am: 16.05.2008 14:06 Uhr »
Hallo Alex !

Da stimme ich Dir voll zu !
Es gibt zwar immer wieder neue Namen , aber leider werden die Indizien auch immer weniger .
Der Hauptgrund , warum Mr. Levy verdächtigt wird , ist ja wohl seine Geisteskrankheit . Ein für die damalige Zeit nicht seltenes Leiden .

Gruß Stordfield

Offline nicjack01301

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  • <3 Steven
Re: Jacob Levy
« Antwort #10 am: 16.05.2008 15:03 Uhr »
Besonders wenn man sich die damaligen Kriterien für psychische Krankheiten ansieht....LG Nicky  :icon_aetsch:
Denken ist eine Arbeit, die innerhalb der geistigen Grenzen des Einzelnen Geduld erfordert oder, um genauer zu sein, dem Geist Geduld mit den Begrenzungen des Gehirns abverlangt.

MrsPeel

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Re: Jacob Levy
« Antwort #11 am: 16.05.2008 19:22 Uhr »
Naja, wenn es danach geht, dann ist das ganze Topic überflüssig.
Dann ist keiner der Tatverdächtigen auch Tatverdächtig oder was macht einen Druitt, Barnett, Hutchinson, Maybrick, Ostrog, Kosminski usw. usw. zu diksussionwürdigen Personen?
Weil sie sich umgebracht haben?
Was gesehen haben?
Mit Gift gemordet?
Verrückt waren?
usw.
usw.
Interessant finde ich halt auch die Frage, wie Ernst sind die Erinnerungen von drei höheren Polizeibeamten noch zu nehmen.
Gruss
Mrs Peel.       

JohnEvans

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Re: Jacob Levy
« Antwort #12 am: 17.05.2008 12:59 Uhr »
Hallo, Mrs Peel,

”...  und was die Ehefrau betrifft... also neulich in Österreich, da... Aber es gibt auch andere Fälle.
Stimme dir zu. Gerade solche Beispiele zeigen deutlich, daß der einsame, kontaktlose Serienkiller eine reine Schablone ist, die auf etliche tatsächliche Fälle nicht so recht paßen will.

"Interessant finde ich halt auch die Frage, wie Ernst sind die Erinnerungen von drei höheren Polizeibeamten noch zu nehmen".
Ich fürchte, der Rang einer Person macht diese nicht automatisch zu einem Menschen mit einem besseren Gedächtnis als alle anderen.. Erinnerungen, besondes solche, die nicht durch eigenes Erleben entstanden sind, trüben sich im Laufe der Zeit, und ihnen sollte immer mißtraut werden.

@Alexander, Nicky, Stordfield,

ich schließe mich Mrs Peel an: für die Verdächtigung Mr Levy´s gilt dasselbe wie für alle anderen – was für den einen recht ist, sollte auch für ihn billig sein.

Alles in allem ist Mr Levy nicht nur ein guter, sondern sogar ein wesentlich besserer Verdächtiger als Druitt & Co. Gerade ein Schlachter / Metzger kann blutbefleckt und mit Messern behangen durch die Straßen ziehen und kann diese Tatsachen jederzeit jedem Polziibeamten sowie seiner eigenen Ehefrau plausibel erklären.

JE

Alexander-JJ

  • Gast
Re: Jacob Levy
« Antwort #13 am: 17.05.2008 13:23 Uhr »
... ich schließe mich Mrs Peel an: für die Verdächtigung Mr Levy´s gilt dasselbe wie für alle anderen – was für den einen recht ist, sollte auch für ihn billig sein.

Sehe ich auch so.

Aber dennoch gibts bei Levy nun mal keine Anhaltspunkte. Gut, er war verrückt und lebte im East-End. Aber sonst? Fehlanzeige. Auch gibt es keinen Hinweis darauf, das sich seine Geisteskrankheit zerstörerisch und/oder selbstzerstörerisch ausdrückte. Oder anders gesagt: Er war nicht gewalttätig.

Klar kann man ihn zu den Verdächtigen zählen. Aber so ganz ohne Hinweise würde er wohl in die Kategorie "Elefantenmensch", "Sickert" und "Gull" einzuordnen sein.

Sollten aber noch einige belastende Hinweise auftauchen, etwa das bekannt war das er als Metzger "sehr gerne" Gedärme/Genitalien verarbeitete oder sich mal eine Kuhleber mit nach Hause nahm um sie dann unters Ehebett zu legen oder das er seine Frau/andere Frauen mit Messern bedrohte usw. , dann kann man ihn sicher auch in den Kreis der ernsthaft Verdächtigen einbeziehen.



Aber auch allgemein verstehe ich nicht wie ein Metzger der Polizei in einer Mordnacht irgendetwas "plausibel" erklären kann. Die Beamten würden ihn trotz seines Berufes verhaften. Es würden Verhöre folgen, Widersprüche, Lügen, die Ermittler würden aufmerksam werden, feststellen das unser Levy an allen Tatorten war und kein Alibi hat... usw... und der geisteskranke Levy wäre niemand, der einem Verhör durch erfahrene Beamte widerstehen kann.

Das drei Polizisten räumlich und zeitlich unabhängig voneinander den Namen Levy mit dem Namen Kosminski verwechselt haben sollen, ist schon ein bisschen absurd. Vielmehr könnte es sein, das der "echte" Kosminski noch nicht gefunden wurde und unser "Aaron Kosminski" zu Unrecht verdächtigt wird. Aber eine Namensverwechslung? Das glaube ich nicht.



 :)

Floh82

  • Gast
Re: Jacob Levy
« Antwort #14 am: 17.05.2008 14:51 Uhr »
Ich möchte das Thema "blutbefleckt" ja nicht noch einmal aufgreifen (ich erinnere mich da an tagelange, sehr zermürbende Diskussionen *g*), aber ein Wort will ich schon dazu sagen:

Wir wissen nicht ob der Täter sichtbar blutbefleckt war. Der Mythos des Mannes mit dem schwarzen Umhang, mag die Fantasterei eines Hollywood-Regisseurs sein, aber sie kann auch Realität sein. Es muss ja kein schwarzer Umhang gewesen sein...aber irgendetwas was der Täter sich "überzog", wenn er den Tatort verließ.
Zugegeben, dafür muss gegeben sein dass er die Zeit hatte sich noch etwas überzuziehen und wahrscheinlich planend vorgegangen sein.

Levy ist für mich mitnichten ein besserer Verdächtiger als beispielsweise Druitt. Er ist auch kein viel schlechterer, aber wie Alexander schon sagte: Es gibt nicht mehr Hinweise auf ihn als auf andere.
Case not closed ;)