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Der Brief, der dem Phantom einen Namen gab, wurde am 25. September 1888 verfasst und an "The Boss Central News Office City London" geschickt. Der Brief traf bei der Central News Agency, 5 New Bridge Street, Ludgate Circus am Donnerstag den 27. September ein. Der Stempel auf der Briefmarke zeigte "London E.C. 3 - SP 27 88 - P".
Obwohl der Brief auf den 25. September datiert war, wurde er nicht vor dem 27. September verschickt, was darauf schliessen lassen könnte, dass der Schreiber noch einige Informationen, die er aus den Presseberichten über die Anhörung des Chapman Mordes erfahren hat, in den Brief einbaute.

Zuerst schenkte man dem Brief keine Beachtung und nahm an, dass ein weiterer Witzbold am Werk gewesen sei, da schon vorher einige Briefe eintrafen, die vom angeblichen Mörder geschrieben wurden.

Der Brief wurde trotzdem am 29. September 1888 mit einem von Tom Bulling verfassten Schreiben der Polizei übergeben.
Was die Polizei beim Erhalt über den Brief dachte, ist leider nirgends niedergeschrieben, aber sie konnten sich damals sicher nicht vorstellen, dass dies der berühmteste Brief war, der jemals von einem Mörder verfasst wurde, und der Name in die Annalen der Kriminalgeschichte eingehen sollte.

Es fiel schon damals auf, dass in dem Brief amerikanische Ausdrücke, wie "Boss", "quit" und "fix me" verwendet wurden, und das dies eventuell eine Anspielung auf die Presseberichte der Anhörung (durch Coroner Wynne Baxter) vom Annie Chapman Mord am 26. September war. Baxter berichtete hier von einer Geschichte, die ihm von einem Officer aus einer der grossen Medizinschulen erzählt wurde. Angeblich fragte dort ein Amerikaner nach konservierten menschlichen Organen, unter anderem auch danach, "was in der Verstorbenen fehlte". Er wäre bereit 20 Pfund pro Organ zu zahlen. Die Organe sollten anschliessend direkt nach Amerika verschickt werden und nicht in Spiritus, sondern in Glycerin konserviert werden. Die Anfrage wurde verneint und der vermeintliche Amerikaner versuchte es noch bei einer anderen Institution. Auch hier stieß er auf Ablehnung.

Ob der Brief tatsächlich vom Ripper geschrieben wurde, konnte bis jetzt weder be- noch widerlegt werden.
Wenn man aber bedenkt, dass der Brief vor dem 30. September 1888 (der Nacht des Doppelmordes) verschickt wurde, den Hinweis enthielt, der Schreiber will "die Ohren der Dame abschneiden und an die Polizei schicken", und in der gerichtlichen Untersuchung von Catharine Eddowes festgestellt wurde, dass tatsächlich versucht wurde ihr rechtes Ohr abzutrennen, könnte man annehmen, dass es sich um ein authentisches Schriftstück handelt, das tatsächlich vom Ripper selbst geschrieben wurde.

 

 

Der Brief lautete wie folgt:

Dear Boss, 25. Sept.1888

I keep on hearing the police have caught me but they wont fix me just yet. I have laughed when they look so clever and talk about being on the right track. That joke about Leather Apron gave me real fits. I am down on whores and I shant quit ripping them till I do get buckled. Grand work the last job was. I gave the lady no time to squeal. How can they catch me now. I love my work and want to start again. You will soon hear of me with my funny little games. I saved some of the proper red stuff in a ginger beer bottle over the last job to write with but it went thick like glue and I cant use it. Red ink is fit enough I hope ha. ha. The next job I do I shall clip the ladys ears off and send to the police officers just for jolly wouldn't you. Keep this letter back till I do a bit more work, then give it out straight. My knife's so nice and sharp I want to get to work right away if I get a chance.
Good Luck.

Yours truly

Jack the Ripper

Dont mind me giving the trade name

PS Wasnt good enough to post this before I got all the red ink off my hands curse it. No luck yet. They say I'm a doctor now. ha ha

 

Übersetzung:

Lieber Boss, 25. Sept.1888


mir kommt ständig zu Ohren, die Polizei hätte mich geschnappt, aber sie wird mich jetzt nur nicht erwischen. Ich habe gelacht wenn sie so schlau aussehen und darüber reden, sie wären auf der richtigen Spur. Dieser Witz über "Leather Apron" hat mich richtig zum Lachen gebracht. Ich bin hinter Huren her und ich werde nicht aufhören, sie aufzuschlitzen, bis ich geschnappt werde. Der letzte Job war großartige Arbeit. Ich habe der Dame keine Zeit zum Kreischen gelassen. Wie können sie mich da schnappen? Ich liebe meine Arbeit und will wieder weitermachen. Sie werden bald von mir und meinen komischen Spielchen hören. Ich habe etwas von dem roten Zeug vom letzten Job in einer Ginger Bierflasche aufbewahrt, um damit zu schreiben, aber es wurde dick wie Kleister und ich kann es nicht mehr benutzen. Rote Tinte tut´s auch, hoffe ich, ha ha. Beim nächsten Mal schneide ich die Ohren der Dame ab und schicke sie den Polizisten, nur so zum Spaß, das würden sie doch auch tun, oder? Halten Sie diesen Brief zurück, bis ich noch ein bißchen mehr gearbeitet habe, dann geben sie ihn sofort heraus. Mein Messer ist so schön und scharf, ich möchte gleich wieder an die Arbeit gehen, wenn sich die Gelegenheit für mich bietet.
Viel Glück.

Ihr ergebener

Jack The Ripper

Macht ihnen doch nichts aus mir diesen Markennamen zu geben

PS: Habs leider nicht geschafft, den Brief zu veschicken, bevor ich die rote Tinte von meinen Händen hatte. Verdammt. Kein Glück bisher.Nun sagen sie ich wäre ein Arzt. ha ha.

 

Thomas Schachner
(Dokument zuletzt bearbeitet am 16.12.04)






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